Finanzdienstleistungsgesetz für Grüne Wirtschaft nutzen

Risiken und Nebenwirkungen von Geldanlagen – Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft berücksichtigen

Bankkundinnen und –kunden sollen laut Bundesrat künftig besser über Finanzprodukte informiert werden. Die Grünen fordern, dass dabei auch die Auswirkungen von Geldanlagen auf Umwelt und Gesellschaft sichtbar gemacht werden.

Mit dem neuen Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg) will der Bundesrat Konsumentinnen und Konsumenten besser über die Eigenschaften von Finanzprodukten informieren und dadurch das Vertrauen in die Finanzmärkte wieder erhöhen. Die Grünen begrüssen diese Stossrichtung. Die Vorlage weist jedoch eine wesentliche Lücke auf: die Auswirkungen von Investitionen auf Umwelt und Gesellschaft werden bislang ausgeklammert. Dabei bietet das Fidleg grosses Potenzial, nachhaltigeres Investieren im Sinne einer Grünen Wirtschaft zu fördern. Die Grünen fordern daher:

1. Nebenwirkungen von Investitionen auf Umwelt und Gesellschaft deklarieren
So wie bei Medikamenten ein Beipackzettel beiliegt, sollen laut Vorlage zukünftig auch Finanzprodukte wie Aktien und Derivate mit aussagekräftigen Informationsblättern ausgestattet sein. Die Grünen wollen, dass auf diesen Begleitdokumenten auch Angaben zu den Auswirkungen von Geldanlagen auf die Umwelt und die Gesellschaft aufgeführt sind. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist dies neben der finanziellen Rentabilität ein wesentliches Entscheidungskriterium. Bislang besteht jedoch kaum Transparenz dazu. Über das eigene Geld kann man so unwissend zu Landvertreibungen, Abholzungen und anderen unerwünschten Nebenwirkungen beitragen. Das verdeutlichen zum Beispiel die Credit Suisse-Investitionen in Gummi-Plantagen in Laos und Kambodscha, deren negative Auswirkungen von der Nichtregierungsorganisation Global Witness aufgedeckt wurden.

2. Kundinnen und Kunden nach ethischen Ausschlusskriterien fragen
Die Grünen fordern, dass Anlagerberaterinnen und -berater ihrer Kundinnen und Kunden künftig auch danach fragen müssen, für welche Zwecke ihr Geld nicht eingesetzt werden darf. Mögliche Ausschlusskriterien sind beispielsweise die Finanzierung von Atomenergie, Fracking, Gentechnik, Minenprojekte und Waffen. Studien zeigen, dass die Beratungsgespräche einen wesentlichen Einfluss auf die Investitionsentscheide haben. Dabei stehen jedoch in der Regel Profit und Sicherheit im Vordergrund. Die Auswirkungen werden bislang kaum angesprochen.

Im Rahmen der Vernehmlassung werden die Grünen konkrete Lösungen zur Berücksichtigung dieser Forderungen erarbeiten. Die Grünen haben in den letzten Jahren bereits verschiedene Vorstösse zum Thema „nachhaltiges Investieren eingereicht (14.3234, 11.3015, 09.3520, 09.3049, 08.3723, 08.3531). Die Schweiz sollte hierbei eine Führungsrolle übernehmen (siehe Empfehlungen von Sustainable Finance Geneva und des Sustainability Forums Zürich).

Positionspapier für Finanzmärkte im Dienste einer Grünen Wirtschaft