Elektroschrott: Vermeiden kommt vor dem Entsorgen

Nachhaltiger Umgang mit Elektrogeräten, weg von der Wegwerfmentalität – hin zu langlebigen und servi-cierbaren Produkten: Da sind sich JURA und die Grüne Partei Schweiz einig. Über die gesellschafts-politische Relevanz der Thematik gibt es keine Zweifel. Welcher der viel diskutierten Lösungsansätze jedoch umweltbewusstes Verhalten am besten etablieren kann, darüber haben sich heute JURA General Manager Emanuel Probst und Nationalrat der Grünen Bastien Girod am runden Tisch unterhalten. Die dem Gespräch vorangegangene Führung durch JURAs gläserne Servicefabrik, ein Beispiel eines verant-wortungsbewussten Umgangs mit Kaffeevollautomaten, diente als Ausgangslage für den darauf folgen-den Erfahrungsaustausch.

Die Rücknahme und Entsorgung von Elektrogeräten ist per Verordnung geregelt. Die vorgezogene Entsorgungsgebühr soll neu obligatorisch werden. Die Grünen unterstützen diesen Vorschlag. Sie fordern zudem mit konkreten Anreizen, die Vermeidung von Elektroschrott voranzutreiben.

Die Grünen unterstützen die Einführung einer obligatorischen vorgezogenen Entsorgungsgebühr für alle elektrischen und elektronischen Geräte. Sie verhindert das Trittbrettfahren von Unternehmen, die sich bislang nicht an den existierenden Elektroschrott-Recycling-Systemen beteiligten. Dieser Missstand soll mit der Revision der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) endlich behoben werden.

VREG greift zu kurz: Abfall vermeiden
Anstatt des Entsorgungsproblems möchten die Grünen allerdings die Abfallvermeidung ins Zentrum der Verordnung rücken. Mit dem richtigen Produktdesign lässt sich die Menge von Elektroschrott reduzieren, und die natürlichen Rohstoffe werden geschont. Neben der Entsorgung der Geräte sollte daher deren Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Wiederverwendung stärker gewichtet werden. Die Grünen haben dazu bereits mehrere Vorstösse eingereicht, etwa zum Thema „Reparieren und Wiederwenden elektrischer und elektronischer Geräte“ (Postulat 13.3606), das der Bundesrat zur Annahme empfiehlt. So wird gleichzeitig die technische Entwicklung neuer Geräte vorangetrieben.

Wiederverwendung als Grundprinzip
Die vorgezogene Entsorgungsgebühr sollte zudem explizit für die Abfallvermeidung durch Wiederverwendung und Reparatur eingesetzt werden können. So sollten beispielsweise Zerlege-Betriebe, Ersatzteillager und Reparaturwerkstätten inner- oder ausserhalb der Herstellerbetriebe gestärkt werden. Gleichzeitig sollten die entsprechenden Informationen für die KonsumentInnen aufgearbeitet und einfach zugänglich gemacht werden.

Die Vernehmlassungsfrist für die VREG läuft morgen ab.

Links:
Vernehmlassungsantwort
Postulat 13.3606 Reparieren und Wiederverwenden elektrischer und elektronischer Geräte
Postulat 12.3777 Optimierung der Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten