Hohe Ozonwerte gefährden unsere Gesundheit

Die Grüne Partei der Schweiz ruft Bund, Kantone und Gemeinden auf, sofort Massnahmen zur Bekämpfung des Sommersmogs zu ergreifen. Luftverschmutzung durch Ozon reduziert die Atemkapazität, reizt die Schleimhäute und führt zu Atembeschwerden. Die Situation in den warmen Monaten des Jahres ist unhaltbar: Gesetzliche Grenzwerte werden permanent überschritten. Es braucht griffige Massnahmen, damit wir den Sommer in vollen Zügen geniessen können.

Seit gut vier Tagen betragen nun die Temperaturen rund 30 Grad Celsius. Das lässt die Ozonwerte in der ganzen Schweiz in die Höhe schnellen. Am Mittwoch sind bei den meisten Messstationen die Ozonwerte über die gesetzlich verankerte Grenze von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter gestiegen. Im Mittelland, wo der Grossteil der Bevölkerung lebt, sind die Werte besonders hoch angestiegen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hält in einer Medienmitteilung fest, dass in Moutier und Olten der Ozongehalt in der Luft 209 mg/m3 erreicht hat. Bedingt durch die guten Wetterprognosen werden die Werte in den nächsten Tagen weiter ansteigen!

Obwohl die Luftreinhalteverordnung (LRV) jährlich nur eine einzige (!) Überschreitung des Stundenmittelwerts von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter akzeptiert, wird dieser Grenzwert in diesem Monat mehrfach überschritten, und zwar in der Regel ab der Mittagszeit bis zum Sonnenuntergang.


Gesundheitliche Schäden
Empfindliche Menschen wie Kinder und anfällige Erwachsene reagieren mit Reizungen der Schleimhaut in der Nase, im Hals und in den Augen. Sie verspüren einen Druck auf der Brust, und die Leistungsfähigkeit ihrer Lungen nimmt ab. Besonders Neugeborene, bei denen die Lungen noch nicht fertig entwickelt sind, leiden unten den hohen Ozonwerten.

Damit diese unhaltbare Situation endlich aufhört, appellieren die Grünen an die Vernunft der Autofahrenden. Sie sollen ihr Fahrzeug stehen lassen und auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. Zudem fordern die Grünen die rasche Umsetzung folgender Massnahmen:

• Bei erhöhten Grenzwerten sofort Tempo 80 auf allen Autobahnen einführen
• Bund, Kantone und Gemeinde gewähren ein Gratisangebot für den Öffentlichen Verkehr (SBB, Postauto, Verkehrsbetriebe im Nahverkehr)
• Städte und Agglomerationen setzen ein sofortiges Verbot von Autofahrten für Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter und 2-Takt-Motorfahrzeuge durch.

Auch längerfristige Massnahmen sind geboten:

• Partikelfilterobligatorium für alle Dieselmotoren
• Weitergehende Verlagerung des Güter- bzw. Privatverkehrs von der Strasse und der Luft auf die Schiene
• CO2-Abgabe auch auf die Treibstoffe einführen.