Emissionen im Inland senken statt Ablasshandel

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Die Schweiz ist ein schlechtes Beispiel im Kampf für den Klimaschutz. Anstatt ihren CO2-Ausstoss im Inland zu senken, betreibt sie einen Ablasshandel mit CO2-Zertifikaten. Die Rechnung dafür zahlen die nächste Generation und die von der Klimaerwärmung jetzt schon betroffenen Regionen der Welt.

Der Bericht, den das BAFU heute vorgestellt hat, sieht im ersten Moment nicht schlecht aus: Die Bilanz des Treibhausgas-Ausstosses erfüllt die im Kyoto-Protokoll vorgegebenen Ziele (Treibhausgas-Emissionen um 8 % unter das Niveau von 1990 bis 2012 senken). Allerdings sind diese minimalistisch tief angesetzt, und erfüllt hat sie die Schweiz zu drei Vierteln durch das Hinzukaufen von CO2-Zertifikaten und zu einem Viertel durch Waldsenken.

Schweiz unternimmt im Inland nichts
De facto hat die Schweiz viel zu wenig unternommen, um den CO2-Ausstoss im Inland zu senken. Tatsächlich wurden die Emissionen unter dem Strich nicht gesenkt. Zur Erinnerung: Wir belasten in der Schweiz die Umwelt so, als hätten wir drei bis vier Erden zur Verfügung. Länder wie das unsere sind ein Problem fürs Klima, und wir tun nichts dagegen.

Die Grünen fordern energisch, dass der Bundesrat in diesen Punkten sofort die Initiative ergreift:

  • Gebäudeprogramm ausbauen, um noch mehr Häuser energetisch zu sanieren;
  • Neubauten: Verpflichtung zu Minergie-P-Eco oder sogar Aktiv-Haus Standard;
  • Vorbilder fördern: Unternehmen, welche ihre Energieeffizienz-Ziele übererfüllen, sollen finanziell profitieren. Zu diesem Zweck sollen die Effizienzprogramme ausgebaut werden;
  • Verkehr durch Mobility-Pricing reduzieren und CO2-Ausstoss durch die Förderung von Elektroautos reduzieren;
  • Dreckstromabgabe auf Kohle und Gas und Verzicht auf Gaskraftwerke.

Am Sonntag stellt der Weltklimarat in Berlin den dritten Teil des internationalen IPCC-Klimaberichts vor. Die Schweiz steht in der Pflicht.