Mühleberg definitiv stilllegen

Die schweren Atomunfälle in Japan machen deutlich, dass auch nach hohen Standards gebaute AKW nicht sicher sind.

Der Bundesrat soll morgen an seiner Sitzung die definitive Stilllegung von Mühleberg beschliessen. Sogar der Direktor des Eidgenössischen Sicherheitsinpektorats (ENSI) Hans Wanner hat schon festgestellt, dass die neuen Sicherheitsanforderungen durchaus Konsequenzen für das alte AKW Mühleberg haben könnten. Im Ernstfall liegen zudem keine Evakuierungspläne für die Schweizer Bevölkerung vor.

Die technischen Mängel der Anlage wurden durch das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und die Betreiber kleingeredet und die potenziellen Gefahren ausgeblendet. Die physische Alterung der Anlage, der Riss im Kernmantel, die mangelnde Erdbebensicherheit und die Risiken im Falle eines Anschlages machen die Abschaltung des ältesten Siedewasserreaktors der Welt unumgänglich. Der gleiche Reaktor-Typ in Japan hält derzeit die Welt in Atem. Deutschland nimmt Anlagen, die vor 1972 in Betrieb genommen wurden, vom Netz. Genau dann wurde Mühleberg in Betrieb genommen.

Keine Evakuierungspläne im Ernstfall!
Willi Scholl, Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, geht heute in einem Interview in der Zeitung „Bund“ davon aus, dass es bei einer Evakuierung ein ziemliches Durcheinander geben würde. Rund um die betroffenen AKW müssten die Menschen in einem Radius von 20 Kilometern evakuiert werden. Geschähe in Mühleberg ein Unfall, beträfe das 600‘000 Menschen, die verstrahlt werden könnten.