Gefährliche Atommülllager

Der Bund hat heute die Anhörung bezüglich der Standortsuche von Atommülllagern eröffnet. Demnach seien geeignete und sichere Standorte möglich. Auf dem Papier vielleicht. Die Realität sieht anders aus. Der einzig sichere Weg ist der Atomausstieg.

Ziel der Etappe 1 im Sachplan geologische Tiefenlager, zu der heute die Anhörung eröffnet wurde, ist die Identifizierung geeigneter Standortgebiete für Atommülllager aufgrund von sicherheitstechnischen und geologischen Kriterien. Auf dem Papier sieht alles gut und problemlos aus. Die Erfahrung lehrt uns das Gegenteil, wie zwei Beispiele zeigen:

  • Schachtanlage Asse (Deutschland): Wissenschaftler und Politiker behaupteten, ein Endlager in Salzstöcken sei sicher, auch vor dem Eindringen von Wasser. Das Salzbergwerk erwies sich aber als instabil, und Wasser lief in das Lager. 2008 floss radioaktiv kontaminierte Salzlauge aus, und die Abfallfässer rosten.
  • Aber auch in der Schweiz werden Fehlprognosen gemacht: Ein Grossteil der 6700 Fässer mit radioaktivem Abfall, welche die Schweiz zwischen 1971 und 1982 versenkt hatte, ist nach wenigen Jahren aufgebrochen. Geplant war eine Haltbarkeit von 1000 Jahren!

Viele sicherheitsrelevante Fragen sind immer noch nicht beantwortet. Dazu gehören die Rückholbarkeit der Abfälle, die geologische Stabilität der Lagerstellen, die Beständigkeit der Abfallbehälter sowie die Folgen des gesellschaftlichen Wandels und möglicher Konflikte in ferner Zukunft. Alle bisherigen Anläufe, Atommüll „sicher“ zu entsorgen, sind gescheitert.

Die Grünen werden ihre ausführliche Stellungnahme anlässlich einer Medienkonferenz vorstellen. Die detaillierte Einladung folgt.