Beznau I nicht wieder ans Netz!

Der Entscheid der Atomaufsichtsbehörde ENSI, den Reaktorblock 1 des AKW Beznau wieder für den Betrieb freizugeben, ist höchst unverantwortlich. Das marode Uralt-AKW kann niemals auf den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik aufgerüstet werden. Bereits mehr als 11‘000 Menschen fordern mit einer Petition an das ENSI und Bundesrätin Doris Leuthard, die Wiederinbetriebnahme des AKW Beznau I nicht zuzulassen. Die Grünen des Kantons Aargau und die Grünen Schweiz rufen heute Abend mit weiteren Organisationen zu einer Protestkundgebung in Baden beim AXPO-Hauptsitz auf. Die Kundgebung beginnt um 18.00 Uhr.

Das marode Uralt-AKW Beznau I muss endgültig vom Netz. Die Liste der bekannten Mängel im AKW Beznau ist lang und beinhaltet nicht nur die im Sommer 2015 entdeckten Einschlüsse im Stahl des Reaktordruckbehälters:

  • Notstromversorgung, Not- und Nachkühlstränge: ungenügend
  • Risiko Flugzeugabsturz: Die äussere Hülle ist mit 70–90 cm zu dünn
  • Schutz vor Erdbeben und Überflutung durch Hochwasser: nicht gewährleistet
  • Stahldruckschale des Primärcontainments: verrostet
     

Mit anderen Worten: Das AKW stellt eine riesige Gefahr dar und es ist verantwortungslos, dass die Atomaufsichtsbehörde die Augen vor dieser Tatsache verschliesst und vor der AXPO einknickt.

Beznau I kann niemals auf den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik aufgerüstet werden. Ebenso wenig, wie ein Telefon aus den 1960er Jahren zu einem Smartphone umgebaut werden kann. Die Grünen fordern: Statt hunderte von Millionen Franken in Nachrüstungen zu stecken, muss die AXPO dieses Geld nun in die Stilllegung des AKW Beznau investieren.

Nichts aus der Fukushima-Katastrophe gelernt

Kommenden Sonntag vor sieben Jahren kam es im Atomkraftwerk Fukushima zum Super-GAU, als ein Tsunami die japanische Ostküste verwüstete. Trotz solcher Katastrophen soll mit Beznau I ein weitaus älterer Reaktor als derjenige in Fukushima wieder in Betrieb genommen werden. Die Behörden und die AKW-Betreiberin haben nichts aus der Katastrophe gelernt.

Die Folgen der Kernschmelze von Fukushima sind noch immer omnipräsent: Auf einen Schlag wurde 2011 ein riesiges Gebiet unbewohnbar, mehr als 100 000 Menschen haben ihr Zuhause verloren und es ist noch immer unklar, wann und ob sie zurückkehren können. Noch immer sind tausende Arbeiterinnen und Arbeiter mit der Dekontamination beschäftigt und der Berg aus verstrahltem Abfall wird immer grösser. Derweil weiss noch niemand, wie es in den betroffenen Reaktoren aussieht. Das immense Ausmass der Schäden ist noch immer nicht abzuschätzen.  Wir dürfen nicht in Kauf nehmen, dass sich eine solche Katastrophe in der Schweiz ereignet.