Altersvorsorge 2020

AHV stärken und Rentenalter flexibilisieren

Die Grünen begrüssen die vom Bundesrat erarbeitete Gesamtsicht zur Rentenreform. Sie vermissen jedoch die dringend benötigte Stärkung der AHV sowie flexible Rentenmodelle, welche vor allem für Arbeitnehmende in gesundheitlich belastenden Berufen sinnvoll sind

Die Grünen anerkennen die Bemühungen des Bundesrates zur Reform der Altersvorsorge. Sie verlangen allerdings, dass im Rahmen dieser Gesamtsicht die erste Säule gestärkt wird – so wie in der von den Grünen mitgetragenen Initiative AHVplus vorgesehen. Sie warnen zudem davor, das Gesamtpaket in seine Einzelteile zu zerpflücken und damit die in der Verfassung festgeschriebene „angemessene“ Fortführung der gewohnten Lebenshaltung aufs Spiel zu setzen.

Die Grünen akzeptieren, dass die finanziellen Spielräume auch durch eine Mehrwertsteuer-Erhöhung verbessert werden können. Da diese für die dringend benötigte Stärkung der AHV nicht ausreicht, soll auch die in einer Initiative geforderte Besteuerung grosser Erbschaften als Finanzierungsquelle herangezogen werden. Eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre ist für die Grünen heute nicht akzeptabel: Gleiche Pflichten für Mann und Frau bedingen auch gleiche Rechte. Diese sind im Erwerbsleben jedoch noch immer nicht durchgesetzt.

Flexibles Rentenalter nach vernünftigen Kriterien
Die Grünen befürworten ein branchenabhängiges flexibles Rentenalter. Bei deren Berechnung muss sowohl die gesundheitliche Belastung als auch das Berufseintrittsalter stärker berücksichtigt werden. Frühpensionierungen sollten aufgrund gesundheitlicher Kriterien ermöglicht werden. Die heutige Praxis, bei der vor allem Besserverdienende früher in Rente gehen können, strapaziert die Solidarität, weil damit namhafte AHV-Beiträge verloren gehen. Sie ist aber auch unsolidarisch, weil sie diejenigen belohnt, die auch während des Erwerbslebens mehr Wahlmöglichkeiten hatten.

Die Pensionskassen: eine Chance für nachhaltiges Investieren
In einem Nebenaspekt bemängeln die Grünen, dass die Pensionskassen mit ihren Investitionen die Ziele der Energiestrategie 2050 unterwandern, wenn sie ihr Kapital in fossile Ressourcen investieren. Deshalb fordern die Grünen den Bundesrat auf, verbindliche Normen für eine nachhaltige Anlagestrategie festzulegen. Dies ist eine Frage der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen.

Vernehmlassungsantwort zur Altersvorsorge 2020