Vorschlag eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs: ungenügend!

Die SGK-S anerkennt endlich, dass auch dem Vater eine wichtige Rolle bei der Betreuung seines Neugeborenen zukommt. Ihr Vorschlag von zehn Tagen Vaterschaftsurlaub bleibt aber Symbolpolitik und zeigt: Wieder einmal entscheiden ältere Männer für die jüngeren Generationen und verkennen die gesellschaftliche Realität. Die Herren Ständeräte müssen jetzt endlich im 21. Jahrhundert ankommen.

Aline Trede zum Vorschlag der SGK, einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub einzuführen (Indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie»)

Der Gegenvorschlag der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK-S) für einen zehntägigen Vaterschaftsurlaub ist auch vor dem Hintergrund der kürzlich publizierten Empfehlung der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) inakzeptabel: Sie empfiehlt eine Elternzeit von 38 Wochen und stützt sich dabei auf 140 zwischen 2010 und 2017 veröffentlichten Studien. Diese zeigen, dass sich eine Elternzeit positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind, auf die Gleichstellung von Mann und Frau und auf die Wirtschaft auswirkt.

Die GRÜNEN teilen die Argumente der EKFF. Schon seit Jahren fordern sie einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub. Als Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» fordern die GRÜNEN eine Elternzeit von 28 Wochen. 14 Wochen davon wären von der Mutter, mindestens acht Wochen vom Vater zu beziehen, und dies innerhalb eines Jahres nach der Geburt.

Die GRÜNEN werden sich im Parlament weiterhin für einen Vaterschaftsurlaub einsetzen, der seines Namens würdig ist. Denn es ist eine Tatsache: Ein vernünftiger Vaterschaftsurlaub ist für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für die Gleichstellung unverzichtbar. Die Schweiz muss in Familienfragen endlich im 21. Jahrhundert ankommen.