Medienmitteilungen Agrotreibstoffe

05.06.2007

Import-Moratorium für Agrotreibstoffe gefordert!

Steigende Ölpreise und der Klimawandel haben den Anbau von Pflanzen zur Herstellung von Treibstoff sprunghaft anwachsen lassen. Auch in der Schweiz soll sogenannter „Bio“-Diesel steuerfrei werden. Doch der „Bio“-Sprit ist keineswegs ökologisch, wie eine neue Studie im Auftrag des Bundes zeigt. Stattdessen führt die Produktion von Agrotreibstoffen insbesondere in Schwellenländern zu einem ökologischen und sozialen Desaster. Die Grünen fordern daher ein Import-Moratorium. Und eine Abkehr von den Steuerprivilegien.

 

„Bio“-Treibstoff ist ein neues Zauberwort in der Klimadebatte. „Bio“-Energie boomt. In den USA, der EU, Brasilien und weiten Teilen Asiens werden zurzeit Milliardenbeträge in den Anbau und die Verarbeitung von Mais, Soja, Raps, Zuckerrohr, Palmöl oder Weizen investiert, um Ethanol und Pflanzendiesel für Autos herzustellen. Biodiesel und Bioethanol gelten als Alternativen zu fossilen Treibstoffen. Sie sollen vor allem in den Industriestaaten das Auto «klimaverträglich» machen und ein grenzenloses Fahren ohne schlechtes Gewissen ermöglichen.

Eine neue Studie im Auftrag der Bundesämter für Energie, Umwelt und Landwirtschaft zeigt aber, dass weitaus nicht alle Agrotreibstoffe das Label „Bio“ verdienen – ganz im Gegenteil! Nur Treibstoffe aus Abfall, Reststoffen und Holz können in der Studie als ökologisch positiv bewertet werden. Agrodiesel aus inländischem Raps hat zwar tiefere Treibhausgasemissionen als Benzin, schneidet in Bezug auf die Gesamtumweltbelastung aber viel schlechter ab. Agrotreibstoffe vom internationalen Markt sind noch bedenklicher - die boomende Nachfrage hat in grossen Anbauländern wie Brasilien, Indonesien oder Indien katastrophale ökologische und soziale Konsequenzen.

Landen Pflanzen aus Grossplantagen im Autotank, hat dies weit reichende Nebenwirkungen: Nahrungsmittel werden knapp, der Regenwald wird im Akkord abgeholzt, Kleinbauern verlieren ihren Boden, Menschen werden vertrieben, Böden werden durch die Monoplantagen übernutzt, Wasser durch Pestizide und Dünger vergiftet.

Agrotreibstoffe schaffen mehr Probleme, als sie lösen. Die Grünen warnen daher vor dem übereilten Aufbau einer Agrotreibstoff-Industrie, die das Klimaproblem letztendlich nicht zu lösen vermag, dafür aber Menschen und Umwelt massiv gefährdet. Sie fordern stattdessen die konsequente Umsetzung des Mineralölsteuergesetzes vor dem Hintergrund der EMPA Studie. Dafür ist ein fünfjähriges Moratorium auf die Einfuhr von Agrotreibstoffen notwendig. Für einen effektiven Klimaschutz, so die Grünen, braucht es vor allen Dingen weniger motorisierten Verkehr, sowie sparsame und effiziente Fahrzeuge. Bio-Etikettenschwindel bringt uns beim Klimaschutz nicht weiter.

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