Medienmitteilungen Energieeffizienz

23.05.2005

Grüne Partei stellt Energieperspektiven 2050 vor

Energieversorgung zu 100% aus erneuerbarer Energie

 

Die Schweiz verfehlt ihre minimalen Klimaziele haushoch. Der Energieverbrauch nimmt nach wie vor zu. Die heutige Energieversorgung, die zu über 70% auf Uran und fossiler Energie beruht, gefährdet Mensch und Umwelt, nährt geopolitische Konflikte und kreiert eine hohe Auslandsabhängigkeit. Die Zeit ist reif für eine Energiewende. Die Grünen setzen auf Energieeffizienz und eine dezentrale Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien bis spätestens im Jahr 2050.

 

Die Schweiz produziert trotz steigender Nachfrage nach wie vor mehr Strom, als sie braucht. Da Strom spottbillig ist, besteht kaum ein Anreiz, sparsam damit umzugehen. Die Strombarone denken bereits jetzt laut über den Ersatz von AKW durch AKW nach und verlängern die Laufzeiten der bestehenden Werke ins Endlose. Die Grünen fordern stattdessen einen möglichst raschen Ausstieg aus der Atomenergie. Der Ausstieg ist bereits in zehn Jahren machbar. Die Sicherheitsrisiken sind zu hoch, das machen die Pannen der letzten Wochen in Leibstadt und Sellafield deutlich. Das Riesenproblem Atommüll ist noch immer ungelöst. Die Uraltmeiler Beznau und Mühleberg sind mittlerweile weltweit die ältesten Reaktoren ihres Typs und stellen ein enormes Risiko für Mensch und Umwelt dar. Die ewigen Pannen in Leibstadt sprechen dafür, auch dieses Werk nicht wie vorgesehen bis 2044 laufen zu lassen, sondern in spätestens zehn Jahren vom Netz zu nehmen. Ein neues AKW oder ein grosses Gaskraftwerk sind als Ersatz des Atomstroms nicht nötig. Effizienz-Massnahmen und erneuerbare Energien können die bestehenden Werke mühelos ersetzen. Dezentrale Anlagen sind aufgrund der Versorgungssicherheit und der kleineren Transportdistanzen für eine nachhaltige Energiezukunft wichtig.

Doch nicht nur der Atomstrom muss ersetzt werden. Langfristig ist auch der Ausstieg aus der fossilen Energie unvermeidlich. Nicht nur wegen des Klimas. Die maximale Ölförderleistung ist bald erreicht. Dies wird in den nächsten Jahren zu massiven Preiserhöhungen und zu einer Zunahme an geopolitischen Konflikten führen wird, macht einen Ausstieg unabdingbar. Für die Grünen muss die gesamte Energieversorgung der Schweiz bis 2050 auf einer dezentralen Produktion, erneuerbaren Energien und Energieeffizienz beruhen.

100% erneuerbare Energie bis 2050 ist machbar. In der Schweiz fehlt dazu einzig der politische Wille. Die Energielobby ist mächtig. Mit rund 30 ParlamentarierInnen ist sie allein im nationalen Parlament vertreten! Sie fordern eine Stromproduktion durch grosse, zentrale Anlagen. Mit ihnen lässt sich mehr Geld machen als mit einer dezentralen Produktion. Der Markt lässt sich auch besser kontrollieren. Energieeffizienz und Stromsparen ist nicht in ihrem Interesse. Denn mit gespartem Strom lässt sich kein Geld machen.

Unser Nachbarland Deutschland macht den Umstieg auf erneuerbare Energieträger vor. Dort boomen die erneuerbaren Energien und neue Arbeitsplätze entstehen zu tausenden. Ein AKW liefert im Vergleich nur ein paar Hundert. Wie sich eine Energiewende realisieren lässt und welche Massnahmen notwendig sind, erläutert die Grüne Partei in ihren neuen „Energieperspektiven 2050“ und dem ausführlichen „Grundlagenpapier“ (www.gruene.ch). Die garantierte Verankerung der erneuerbaren Energien im Strommarktgesetz ist der erste Schritt auf der politischen Agenda. Wir dürfen ihn nicht ungenutzt lassen!

 

Kontakte
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Armin Braunwalder, Co-Autor und Urner Landrat 079 786 98 58
Bernhard Piller, Co-Autor und Gemeinderat Zürich01 271 54 64
Anne-Catherine Menétrey, Nationalrätin VD 079 449 59 01
Miriam Behrens, Co-Autorin und stellvertretende Generalsekretärin 079 750 48 77

Grüner Strom ist die Lösung