Grüne und Bundesrat

11.12.2008

Zur Bundesratswahl vom 10. Dezember 2008

Geschätzte Frau Nationalratspräsidentin

 

Geschätzter Herr Ständeratspräsident

 

Werte Kolleginnen und Kollegen

 

Heute ist ein wichtiger Tag – der 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wir sind jeden Tag herausgefordert, deren Postulate gerecht zu werden. Aber ausgerechnet am 10. Dezember 2008 sind wir besonders herausgefordert. Die SVP hat für den frei gewordenen Bundesratssitz zwei Kandidaten portiert, die wiederholt die Menschenrechte missachtet und das Völkerrecht verhöhnt haben. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir vor einem Jahr Christoph Blocher abgewählt.

 

Ueli Maurer als langjährigem Parteipräsidenten bedeuten Menschenrechte, Völkerrecht, Gewaltenteilung nicht viel. So spricht und schreibt er systematisch vom „sogenannten Völkerrecht“. So liebt er gezielte Provokationen mit rassistischen Begriffen wie „Neger“. So trägt er die Verantwortung für menschenverachtende Videos und Plakate wie das Schafplakat, dessen Rückzug der UNO-Berichterstatter zu Rassismus im September 2007 verlangte. Nicht ganz zufällig wurde dieses Plakat von zahlreichen rechtsextremen und faschistischen Gruppen Europas und anderer Kontinente übernommen. Unter seiner Ägide wurden Volksinitiativen lanciert, welche wesentliche Grundrechte verletzen. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nannte er einen „Blinddarm“, den „man entfernen muss, sobald er zum Problem wird“. Das ist nicht einfach eine „Entgleisung“, wie in verharmlosenden Medienberichten zu lesen war. Solche Aussagen sind Ausdruck einer tatsächlich konsequenten Denkungsart.

 

Maurer hat nicht nur ein vormodernes Staats- und Rechtsverständnis. Er hat auch ein überholtes Familienbild. Bekanntlich will er uns Frauen wieder an den Herd zurück schicken. Neben den Frauen hält er auch die Umwelt für einen blossen „Kostenfaktor“. So macht er sich auch über die Klimaerwärmung lustig. Last but not least unterstützte er jene neoliberale Politik, welche uns zuerst die Finanzkrise und jetzt noch eine Rezession beschert.
Weder Blocher noch Maurer sind wählbar. Unser Land braucht Bundesräte und Bundesrätinnen, welche eine soziale, ökologische und offene Schweiz vertreten, so wie das Ständerat Luc Recordon tagtäglich und nachhaltig macht. Eine Schweiz, die, wie es in der Präambel der Bundesverfassung heisst, „die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen“ misst.

 

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, bleiben wir dem Geist vom 12. Dezember 2007 treu! Wir haben Christoph Blocher und damit die offizielle SVP-Politik nicht abgewählt, um ihn ein Jahr später durch Ueli Maurer und die gleiche offizielle SVP-Politik ersetzen zu lassen. Respektieren wir weiter den Auftrag des 10. Dezembers, des Internationalen Tages der Menschenrechte. Verweigern Sie den beiden offiziellen SVP-Kandidaten ihre Stimme.

 

Therese Frösch

Mitgliederzeitschrift Greenfo

Referenden, Initiativen & Petitionen

Blog

07.09.2010 | Ausstieg aus dem Ausstieg kommt nicht in Frage02.09.2010 | Dreckschleuderfreie Zonen schaffen25.08.2010 | Die Diktatur der Mehrheit19.08.2010 | Guter Start für das neue Raumplanungsgesetz12.08.2010 | Unverständlicher Umgang mit dem Wolf05.08.2010 | Kontraproduktive Preiserhöhungen04.08.2010 | Öl-Gier ist unersättlich09.07.2010 | Leuenberger grüsst Leuenberger08.07.2010 | Es ist Zeit für mehr Ferienzeit01.07.2010 | Unlogische Migrationspolitik15.06.2010 | PUK wäre nötig gewesen14.06.2010 | Immer die gleiche Leier?02.06.2010 | Zynische Klimapolitik des Nationalrates05.05.2010 | Katastrophale Abhängigkeit vom Öl19.04.2010 | Spuck noch ein bisschen...12.04.2010 | Wehrpflicht für niemanden22.03.2010 | Klimainitiative ist beste Risikovorsorge15.03.2010 | Her mit dem schönen Leben!08.03.2010 | Lohnschere öffnet sich03.03.2010 | Sozialdienst statt Wehrpflicht23.02.2010 | Die Schweiz liegt in Europa04.02.2010 | Handeln statt kritisieren02.02.2010 | Wir wollen keine Dreckschleudern26.01.2010 | Schwanger werden Frauen nicht allein25.01.2010 | (Zu) schneller Wechsel bei der Post21.01.2010 | PUK-Druck23.12.2009 | Kopenhagen ist gescheitert17.12.2009 | Rettet Kopenhagen!13.12.2009 | Kopenhagen wird zu Hopenhagen24.11.2009 | Gemischte Teams braucht das Land18.11.2009 | Hup Holland - für weniger Hupen28.10.2009 | Grün gewinnt!22.10.2009 | Die Gletscher schmelzen19.10.2009 | Die "lustige" SVP05.10.2009 | Die Schweiz ist Weltmeisterin im Zugfahren29.09.2009 | Historischer Sieg für die Grünen in Deutschland14.09.2009 | Wir müssen unseren Lebensstil überdenken07.09.2009 | Eine Geschichte zum Thema IV24.08.2009 | Stimmen fürs Klima14.08.2009 | Gentech-Label in Deutschland11.08.2009 | Windräder in geschützten Landschaften30.07.2009 | Zum 1. August24.07.2009 | Wir wollen keinen Mogel-Wein17.07.2009 | Ferien auf dem Bauernhof30.06.2009 | Nachrichten von der "Wirtschaftsfront"16.06.2009 | Die Frauen und das Glück08.06.2009 | Erfolg der Grünen bei Europawahlen28.05.2009 | Stopp der Bodenzerstörung25.05.2009 | Helvetisierung von Familiennamen (Fortsetzung)19.05.2009 | Förderung des Schienenfernverkehrs13.05.2009 | Helvetisierung von Familiennamen05.05.2009 | Ein Etappensieg für den Pazifismus30.04.2009 | Zum 1. Mai27.04.2009 | Zur Abwahl von Fernand Cuche22.04.2009 | Grüne fordern Abschaffung der Kopfprämie20.04.2009 | Die neue grüne Website ist online!