Das olympische Déja-vu
Das olympische Déjà-vu
Olympische Winterspiele haben es in der Schweiz zum Glück nicht leicht. Eine Kandidatur von Chur wurde 1980 mit 77 Prozent Neinstimmen abgelehnt. Im Jahr 1988 haben die Lausanner Bürger eine Unterstützung der Kandidatur für die Winterspiele 1994 eine Abfuhr erteilt. Und in Bern verweigerten im Jahr 2002 gar 78 Prozent der Stimmberechtigten einen Olympiakredit. Anstatt nach Bern wurden die Spiele 2010 nach Vancouver (Kanada) vergeben. Nach 17 Spieltagen blieben neben schönen Erinnerungen nur Schuldenberge, bankrotte Sportanlagen und eine neue Autobahn zurück. Ähnliche Erfahrungen wurden auch in den Austragungsorten Turin, Salt Lake City, Nagano oder Lillehammer gemacht.
Trotzdem will es Graubünden erneut mit einer Olympiakandidatur versuchen. Im März 2013 findet eine kantonale Volksabstimmung statt. Und der Bundesrat hat in grosszügiger Spendierlaune bereits 30 Millionen Franken plus einer Defizitgarantie von einer Milliarde Franken in Aussicht gestellt. Damit ist klar, dass die öffentliche Hand die Hauptlast der Spiele tragen wird. Und irreversible Eingriffe in den sensiblen Alpenraum erdulden muss. Die Grünen werden die olympischen Winterspiele 2022 deshalb bei der Abstimmung im Kanton Graubünden und auch auf nationaler Ebene bekämpfen.
Mit Sportfeindlichkeit hat dies übrigens gar nichts zu tun. Neben dem Breitensport unterstützen die Grünen auch Grossevents wie die Euro 08, die in bestehenden Stadien durchgeführt werden können und durch den öffentlichen Verkehr erschlossen sind. Sport ist gemäss Bundesrat Ueli Maurer allerdings gar nicht das wichtigste Ziel der olympischen Winterspiele. „Es gehe vielmehr darum der Welt zu beweisen, dass ein kleines Land leistungsfähig sei und solch grosse Spiele durchführen können“, sagte er an der Medienkonferenz vom 5. September 2012. Diesen Beweis können wir auch intelligenter erbringen. Zum Beispiel mit Spitzenleistungen in Wissenschaft, Forschung und Kultur. Oder mit der Umsetzung der Energiewende bis 2045.

