Wahlergebnis in Aargau
Wahlen im Kanton Aargau – Ein Wechselbad mit Lerneffekt
Die Wahlen im Kanton Aargau haben einmal mehr bestätigt, dass die Bevölkerung den Grünen gerne Verantwortung übergibt. Bereits im ersten Wahlgang wurde die grüne Regierungsrätin Susanne Hochueli als Gesundheitsdirektorin bestätigt. Die massive Gegenkampagne der SVP blieb chancenlos. Kein Glück war den Grünen bei den Grossratswahlen beschieden. Mit 7,4% fielen sie unter das Resultat von 2009 zurück, dessen 8,9% im Vergleich zu den 6,8% im Jahr 2005 jedoch einen grossen Sprung nach vorne bedeutet hatten. Vom abnehmenden Schwung der Grünen konnte leider nicht die SP profitieren. Auch sie verlor Wähleranteile, im Gegensatz zu den Grünen immerhin keine Sitze.
Wer die Aargauer Wahlen als Fitnesstest für die nationalen Wahlen 2015 einordnen will, ist allzu früh dran und sollte Folgendes beachten: In St. Gallen, Schwyz, Fribourg oder Neuenburg haben die Grünen im laufenden Jahr zulegen können. Auch an den Abstimmungsurnen war grüne Politik immer wieder sehr erfolgreich, allen voran bei der Zweitwohnungsinitiative. Wären die Wahlen in Aargau ein Orakel für die nationalen Wahlen, dann hätten wir 2011 Sitze gewinnen müssen – nie waren die Grünen im Kanton Aargau so stark wie 2009. Die neue Parteienlandschaft und der Schock von Fukushima verstärkten jedoch die Konkurrenz insbesondere auf den grünen Themen. Umso mehr müssen wir uns in den kommenden Jahren anstrengen, um mit viel Engagement, pragmatischen Lösungen und weitsichtigen Visionen bei allen Wahlen zuzulegen.
Vieles ist in diesem Jahr bereits angepackt worden: Mit zwei nationalen Volksinitiativen, einer detaillierten Energiestrategie, konkreten Vorschlägen für eine transparente und faire Netzpolitik, der erfolgreichen Kulturlandinitiative im Kanton Zürich, dem grossen Engagement für mehr Steuergerechtigkeit, die Verlängerung des Gentechmoratoriums oder die Durchsetzung des Alpenschutzartikels säen wir heute, was wir morgen ernten können. Doch gute Arbeit nützt nur etwas, wenn man sie auch bekannt macht. Die Grünen hatten bei vielen Wahlen der letzten Zeit ein Mobilisierungsdefizit. Deshalb: Twittert, mailt, postet, schreibt, sammelt Unterschriften und überzeugt eure Nachbarinnen, Freunde, Arbeitskollegen und Mitstudierenden von einer grünen Politik, die heute schon an morgen denkt und das Engagement für die Natur mit dem Engagement für Lebensqualität, Gerechtigkeit und Weltoffenheit verbindet.

