"Lex Weltwoche" soll für Transparenz sorgen
Medien-Geldgeber müssen bekannt sein
Zusammen mit den Parteipräsidenten der SP, CVP, FDP, BDP und Grünliberalen fordere ich, dass die Weltwoche endlich ihre Besitzverhältnisse offen legt. Die Wochenzeitung hat in der Causa Hildebrand eine sehr dubiose Rolle gespielt. Sie hat richtiggehend Kampagne gegen den inzwischen zurückgetretenen Nationalbankchef gemacht. Schon lange wird vermutet, dass Christoph Blocher seine Finger und viel Geld in der Weltwoche drin hat und ihn nicht nur reine Sympathie mit Chefredaktor Roger Köppel verbindet. Die Berichterstattung über die SNB hat diese Vermutung einmal mehr genährt.
Die Weltwoche gar in den Schatten gestellt in Sachen Anti-Hildebrand-Berichterstattung hat die Basler Zeitung unter Chefredaktor Markus Somm, Ex-Weltwoche-Redaktor. Doch im Unterschied zur Weltwoche ist es bei der Basler Zeitung inzwischen wenigstens offiziell, dass Blocher drin steckt. Nach monatelangem Abstreiten kam Ende 2011 heraus, dass seine Tochter als Besitzerin installiert war. In der Folge übernahm Financier Tito Tettamanti die Aktien von Rahel Blocher. Doch Christoph Blocher selbst garantiert immer noch für mögliche Verluste. Aber wenigstens wissen wir nun Bescheid.
Dass die Verlage solche Besitzverhältnisse nicht aufdecken müssen oder es erst unter grossem Druck tun, kann nicht sein. Die Leserschaft muss wissen, aus welcher Ecke ein Blatt kommt. Transparenz ist absolut nötig. Die Kundschaft darf ja auch erfahren, ob ein Schweinsfilet aus Deutschland kommt oder aber aus einem Schweizer Bio-Hof. Nur eine informierte Kundschaft kann bewusst zwischen verschiedenen Produkten auswählen. So soll es auch bei den Medien sein.
Darum werde ich mich zusammen mit den anderen Parteipräsidenten für eine "Lex Weltwoche" einsetzen, falls die Weltwoche selbst nicht freiwillig Transparenz schafft. So können Verlage ein für allemal gezwungen werden, ihre Besitzverhältnisse offenzulegen und Transparenz zu schaffen, wie es sich für eine Medienlandschaft innerhalb einer Demokratie gehört.

