Es braucht ein verbindliches Ausstiegsszenario

21.03.2011 - Franziska Teuscher

Ich bin eine Aussteigerin

Die Ereignisse in Japan beschäftigen mich sehr. Über Internet und TV erleben wir diese Katastrophe hautnah mit. Und trotzdem sind das Leid und die Trauer, welche die Bevölkerung in Japan durchmachen muss, unvorstellbar.

 

Heute reden alle von Atomausstieg. Doch noch Anfang Februar war das anders. Alle bürgerlichen Parteien im Kanton Bern hatten sich für das neue AKW in Mühleberg ausgesprochen. Die BDP, deren Präsident Hans Grunder jetzt lautstark auf die Wasserkraft setzt, war vor ein paar Wochen noch stramm auf Atomkurs gewesen. In Inseraten hatte sich Grunder hinter die Atomkraft gestellt. Schade, denn mit der BDP hätten wir die Abstimmung zu einem AKW Mühleberg II gewonnen.

 

Ich bin froh, dass sich nun viele Bürgerliche Gedanken zum Atomausstieg machen. Denn ein Umdenken ist dringend nötig. Aber wie können wir verhindern, dass die gleichen Personen ihre Position nicht wieder ändern, wenn der Unfall in Japan etwas in den Hintergrund getreten sein wird?

 

Die Geschäftsleitung der Grünen hat beschlossen, dem Vorstand und der Delegiertenversammlung eine Volkinitiative mit einem verbindlichen Ausstiegsszenario zu beantragen. Ich bin überzeugt, dass uns eine solche Volksinitiative erlauben wird, Druck auf das Parlament auszuüben. Ich werde alles daran setzen, dass die Schweiz eine Aussteigerin wird.

 

5 Kommentare

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Kommentare

Halbwertzeiten bis 700 Mio Jahre

Alle sprechen davon, dass das was in Japan passierte hier nicht möglich sein könne. Ok. nehmen wir mal an bei uns gibt es keine 35 Meter Wellen, keine Erdbeben mit Stärke > 8.5 aber genügt nicht schon eine kleiner Katastophe. Ein FLugzeugabsturz, das Flugzeugt durchschlägt das äussere Containment und Explodiert innerhalb des AKW. Die Hitze und die Druckwelle könnten den reaktor soweit beschädigen dass er nicht mehr steuerbar wäre. Würde der Druckbehälter des Reaktors explodieren müssten je nach Wetter- und Windverhältnisse eine gegend im Umkreis von bis 100 KM evakuiert werden, 20 KM innert 1 Stunde!!!!!!. Die Auswirkungen die einen Abfluss der hochstrahlenden Materialien in die Aare hat haben wir ja bereits mit Schweizerhalle vor ca 25 Jahren erlebt. Nur bei Schweizerhalle war es Gift, dass mit Massnahmen und durch die Zeit (25 Jahren) mehr oder weniger beseitigt wurde. Bei einer radiaktiven Verseuchung geht die Beseitigung nicht 25 Jahre sondern 250'000 oder mehr Jahre.
Wir müssen sofort den geordneten Rückzug aus der Kernenergie starten und einen Plan ausarbeiten.
Kosten? = 0. Warum? Durch den rückzug werden Mittel frei, die in die Entwicklung und Installation von aktiven Energiemanagement Systemen fliessen müssen. Klar wir müsse nvielleicht unsere Ziegeldächer, auch alte durch Kollektoren ersetzten, das eine oder andere Wind, Wasser usw. Kraftwerk bauen, Biogas-Analgen usw. Würden wir einen Paradigmawechsel durchführen und Energie stadt Arbeit besteuern gäbe dies einen riesenschub mit 10'000senden neuer, nachhaltigen hightech Arbeitplätzen.
Es fehlt bei uns am Willen und am wirklich vernetzten, visionären und fortschrittlichem Denken. Packen wir es an!!!!
Yves Schneider | 28.03.2011

Das Thema "verpolitisieren"

Mit Schrecken stelle ich mehr und mehr fest, dass einige Parteien - und leider auch die Grünen - das Atomthema als Propagandamittel missbrauchen und sich mit anderen Parteien Machtkämpfe liefern. Das finde ich ausserordentlich schade! Wie viel Energie und Motivation gehen jetzt beim poitischen Seilziehen verloren! Warum können sich die Parteien nicht zusammenschliessen und das unendlich wichtige Thema gemeinsam angehen - als Bürgerinnen und Bürger einer modernen Schweiz!
Eleonora Grimbichler | 29.03.2011

Antwort an Eleonora Grimbichler

Lesen Sie den neusten Blog von Ueli Leuenberger, darin geht er genau auf diese Kritik ein. Ihr Anliegen ist das Anliegen der Grünen: sich zusammenzuschliessen und gemeinsam für einen Atomausstieg zu kämpfen.
Corinne Dobler | 31.03.2011

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Kirchgraber Stefan | 04.04.2011

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