Industrielle Massenhaltung schadet Tier und Mensch

10.01.2011 - Franziska Teuscher

Nur eine grüne Landwirtschaft kann für gesunde Produkte sorgen

Der Dioxin-Skandal in Deutschland zieht immer weitere Kreise. Inzwischen ist bekannt geworden, dass sogar Gesetze gebrochen wurden. Die betroffenen Futtermittellieferanten wussten schon vor fast einem Jahr von zu hohen Dioxin-Konzentrationen im Tierfutter, machten jedoch keine Meldung. Das ist skandalös und muss mit strafrechtlicher Härte geahndet werden.


Das Problem der Dioxin-Verseuchung ist jedoch nicht neu. Immer wieder gelangt dieser krebserregende Stoff in Futtermittel und so in die Ernährungskette. Das ist die Folge einer Landwirtschaft, die auf den schnellen Profit ausgerichtet ist und solche Skandale offenbar bewusst in Kauf nimmt. Die Opfer dieses Hochrisikospiels sind die Tiere, die bereits unter quälerischer Massenhaltung leiden, sowie die Konsumentinnen und Konsumenten, die immer mehr das Vertrauen in die Landwirtschaft und ihre Produkte verlieren und immer weniger wissen, wie sie ernähren können, ohne dabei giftige Stoffe in sich aufzunehmen.


Nach 30 Jahren landwirtschaftlicher Intensivierung – insbesondere in der Tierhaltung – hatte die Schweiz Ende der 1970er Jahre ein Extensivierungsprogramm eingeführt, bei dem Rinder, Schweine und Hühner in die ökologischen Kreisläufe einbezogen werden. Unter dem Druck der internationalen Konkurrenz droht nun aber wieder eine Konzentration der Tierhaltung. Die obere Begrenzung der maximalen Tierbestände in Funktion der landwirtschaftlichen Fläche ist für eine ökologische Landwirtschaft jedoch unabdingbar.


Es geht aber nicht nur um Fleisch, Eier und Milch. Es geht vor allem um die Frage, wie wir Landwirtschaft betreiben. Die Agroindustrie unter der Fuchtel weniger Grosskonzerne ist der falsche Weg. Für eine grüne Landwirtschaft braucht es regionale Märkte und Produkte. Landwirtschaft in der Nähe und in kleinen Strukturen bedeutet frische und sichere Nahrungsmittel. Dadurch werden die Arten- und Sortenvielfalt erhalten, Arbeitsplätze geschaffen und das Klima geschützt, da auf Transporte von Landwirtschaftsprodukten von weither verzichtet werden kann.
 

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