Frauen können den Ausschlag geben
Frauen geht wählen!
Am 7. Februar ist es (erst) 40 Jahre her, dass die Schweizer Frauen das Frauenstimmrecht erhalten haben. Ein denkwürdiger Tag. Ich erinnere mich gut, wie ich es als Kind als ungerecht empfand, wenn meine Mutter vor dem Schulhaus warten musste, während mein Vater hinein ging und seinen Abstimmungszettel in die Urne warf. Das ist heute zum Glück nicht mehr so. Trotzdem können wir uns am 7. Februar nicht mit Feiern begnügen. Wir müssen auch nachdenken – und weiterkämpfen.
Denn die Frauen machen immer noch ungenügend von ihrem Stimm- und Wahlrecht Gebrauch. 2007 haben sich 55% der Männer und 43% der Frauen an den eidgenössischen Wahlen beteiligt. Dieser Unterschied ist gegenüber den Wahlen 2003 nicht kleiner geworden. Verglichen mit andern westlichen Ländern ist der Geschlechterunterschied in der Wahlbeteiligung in der Schweiz mit Abstand am grössten! Eine merkwürdige Eigenschaft für ein Land, das sich als modern und demokratisch versteht.
Dabei könnten die Frauen an der Urne häufig den Ausschlag geben, so wie 1985 bei der Annahme des neuen Ehe- und Erbrechts, 1990 beim Moratorium für den Bau von AKW, 1993 bei der Alpeninitiative 1995 bei der Annahme der Antirassismus-Strafnorm, also alles Vorlagen zugunsten von Umwelt und Gerechtigkeit. Und hoffentlich werden sie auch am 13. Februar den Ausschlag geben für ein Ja zum Schutz vor Waffengewalt und ein Nein gegen das Atomkraftwerk in Mühleberg im Kanton Bern. Es ist also nicht nur ein gleichstellungspolitisches, sondern auch ein Grünes Anliegen, dass sich Frauen stärker mobilisieren.
Umso mehr, da Frauen und Männer auf dem Papier gleichgestellt sind – der Verfassungsartikel (1981) und das Gleichstellungsgesetz (1996) feiern dieses Jahr auch Jubiläen –, in der Praxis aber nicht. Die Ungleichstellung ist beim Lohn am ersichtlichsten, existiert aber auch noch in allen anderen Lebensbereichen wie in den Familien, wo die Betreuungs- und Hausarbeit immer noch sehr ungleich verteilt ist. Schliesslich sind die Frauen auch in den Verwaltungsräten, in den Geschäftsleitungen und Parlamenten immer noch stark unterrepräsentiert. Darüber können die vier Bundesrätinnen nicht hinwegtäuschen. Darum: Frauen, geht wählen!

