Folgen von Fukushima dürfen nicht vergessen gehen

06.04.2011 - Ueli Leuenberger

Ist der Fukushima-Effekt vergänglich?

Nach den Wahlsiegen der Grünen der letzten Wochen, insbesondere in Basel-Landschaft, Zürich und der Waadt, stellen die Medien in diesen Tagen die Frage nach dem Einfluss des "Fukushima-Effekts" auf die Wahlergebnisse sowie auf die eidgenössischen Wahlen im Herbst. Oder anders formuliert: Sie fragen sich, ob der Fukushima-Effekt vergänglich ist.

 

Ich hoffe natürlich, dass die extreme Gefährlichkeit der nuklearen Technologie und ihre desaströsen Konsequenzen im Bewusstsein der Bevölkerung bleiben werden.

 

Ich frage mich zudem, wie fleissig die Medien selbst, welche jetzt immer wieder diese Frage nach dem Fukushima-Effekt stellen, in den nächsten Monaten noch über diese grosse Problematik berichten werden. In Bezug auf den Klimawandel sehen wir ja, wie schnell eine so grosse Herausforderung für die Menschheit in Vergessenheit geraten kann.

 

Ich bin aber auch neugierig, welche Rolle die Politiker künftig spielen werden, welche bis vorgestern eingefleischte Befürworter der Atomenergie waren und sich jetzt plötzlich zu Atomkritikern gewandelt haben, die sogar soweit gehen, überraschende Versprechen abzugeben.

 

Werden diejenigen, die den Atomausstieg sogar "versprochen" haben, dabei bleiben? Oder warten sie einfach darauf, dass der Druck der Bevölkerung nachlässt, damit sie einen Rückzieher machen können?

 

Doch das Bewusstsein der echten Atomgegner ist nicht vergänglich! Die Mobilisierung einer breiten Allianz ist die Bedingung sine qua non, damit weder bei den Medien noch den Politikern die vielversprechenden Post-Fukushima-Versprechen vergessen gehen.

Fukushima muss im Bewusstsein bleiben, damit wir es schaffen, ein für allemal aus der Atomenergie auszusteigen!
 

2 Kommentare

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Kommentare

Vom Fukushima-Effekt profitieren

Was den Umgang mit Kernenergie betrifft, dürfte eine Mehrheit der Wahlberechtigten heute Grün wählen.

Wie schaffen es die Grünen, in denjenigen Bereichen zu punkten, wo sie bislang regelmässig Wahlstimmen verloren? Zum Beispiel EU-Beitritt DIE Umfrage ;-):

http://www.pupoll.ch/Umfrage/233_Wuerden_Sie_Gruene_waehlen_wenn_sich_diese_oeffentlich_gegen_einen_unoekologischen_bzw_asozialen_EU-Beitritt_aussprechen_wuerden
Kirchgraber Stefan | 06.04.2011

Global denken, lokal handeln

Global denken kann die Grüne Partei Schweiz, es fehlt noch der Schritt zum lokal handeln bezüglich Wahlstimmen holen. Dazu braucht es neben Argumenten auch eine Rhetorik, welche das Wahlvolk erkennen lässt, dass die Grünen Übersicht über die Schweizer Verhältnisse haben.

Die Grünen Schweiz dürfen ihr Ziel EU-Beitritt und grüne EU beibehalten. Damit hat niemand ein Problem, wenn der momentan logischerweise (Zustand EU selber) EU-skeptischen Stimmung Rechnung getragen wird und ein Beitritt für die Grünen nur bei Erfüllung gewisser ökologischer und sozialer Kriterien in Frage kommt. Faktisch ist das ja bereits so, wieso wird nicht entsprechend kommuniziert?

Ein blinder Fleck der Grünen scheint mir die Dogmatisierung des Sprachgebrauchs zu sein. Die Leute müssen dort abgeholt werden, wo sie stehen, es darf in deren Sprache gesprochen werden. Nähe darf und muss sein, alles andere wäre menschenfeindlich.

In meinem Beruf als Sozialarbeiter ist die Akzeptanz dessen ein Muss, ansonsten müsste ich per sofort aufhören. Wenn ich bei jedem sogenannten Pfui-Wort meinen Leuten die richtige Formulierung beibringen oder sie sonstwie exkommunizieren wollen würde, würde ich mich in der Sozialhygiene der deutschen 30er-Jahre wiederfinden. Solche Zeiten dürfen Vergangenheit bleiben.

Wenn von der grünen Partei Schweiz grüne Politik wirklich gewollt wäre, kämen deren ExponentInnen sprachlich dem Schweizer Volk angstlos entgegen. Das Wort 'Neger' beispielweise würde in der gängigen Version als neutral erkannt und nicht verteufelt, die ursprünglichen Dialekte, die ursprünglichen Kulturen wären respektiert. Die Natur des Menschen inklusive. Darum geht es heute!
Kirchgraber Stefan | 12.04.2011
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