Auch in der Schweiz sind Mobilisierungen gegen Atom möglich

11.11.2010 - Aline Trede

Geheime Atom-Transporte in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es Atom-Transporte. Nur weiss niemand davon. Termine und Routen werden nicht bekannt gegeben. Vielleicht gibt es hier deshalb keine Strassen- und Schienenblockaden.


Atom-Transporte sind nicht nur Entsorgungstransporte. Das Verschieben des Atommülls in Zwischenlager und Aufbereitungsanlagen ist nur ein weiteres Glied in der langen schmutzigen Kette der Atomkraft.


Atomstrom ist von Anfang bis Ende dreckig und gefährlich: Die 400 Tonnen reaktortaugliches Uran, welche die Schweiz jährlich importiert, stammen aus dem fernen Ausland, wo bei der Urangewinnung die Umwelt zerstört und zum Teil die Menschenrechte mit Füssen getreten werden. Die genaue Herkunft ist aber nicht sicher nachvollziehbar. Erst kürzlich legte der Atomkonzern AXPO auf Druck der Medien offen, dass in seinen AKW Beznau und Gösgen Uran aus dem russischen Majak gespalten wird. In Majak gab es 1957 einen Atomunfall, und das Gebiet ist heute noch verstrahlt.


Atommülltransporte sind gefährlich und machen Angst. Absurd und idiotisch sind die Transporte, mit denen die AKW in der Schweiz mit neuem Brennmaterial beliefert werden. Jedes Kilo angereichertes Uran bringt uns weiter weg vom Ausstieg und vergrössert das Atommüllproblem. Ebenso auf Abwegen ist der Atommüll, der nach Frankreich und England transportiert, dort aufbereitet und dann wieder weiter nach Russland exportiert wird. Das Schlimme daran: Wir wissen nicht, was mit unserem Dreck passiert, wenn er ausser Landes ist. Nicht einmal die AKW-Betreiber wissen es genau!


Übrigens, bei allem Medienaufsehen in den letzten Tagen für die Castoren in Deutschland: Wir können auch in der Schweiz sehr gut gegen die Atomkraft mobilisieren. Das Endlager Wellenberg ist so gut wie vom Tisch. Und auch in Benken konnten wir sehen: Sobald ein Lagerstandort in der Schweiz konkretisiert wird, nimmt die Protestbewegung zu. Am vergangenen Pfingstmarsch gegen AKW in der Schweiz nahmen 1500 Menschen teil, nur etwas weniger als die Hälfte der Zahl der Aktivistinnen und Aktivisten bei der grössten Massenblockade in der Geschichte der Castor-Transporte in Deutschland vor wenigen Tagen.


In der direkten Demokratie reicht die Mobilisierung auf der Strasse jedoch nicht. Es kommt darauf an, in Abstimmungen zu gewinnen. Die letzten Atomvorlagen an der Urne waren in Zürich (Ausstieg) und Waadt (Nein zu Mühleberg-Verlängerung). Wir haben beide gewonnen. Die Abstimmungen zum Rahmenbewilligungsverfahren stehen in den Kantonen Bern, Waadt, Jura und Nidwalden im kommenden Februar und Mai an. Die Grünen sind bereit:

Stopp Atom


 

2 Kommentare

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Kommentare

De grüne Partei Kanada hat einen viel besseren Vorschlag wie euer back to the roots!

http://greenparty.ca/blogs/169/2010-11-14/thorium-again-safer-way-proceed-provide-electricity-civilization-avoid-collapse
Frederic Steinfels | 17.11.2010

Neue Atomkraftwerke

Wie wäre es wenn die Atomkraftwerkbetreiber anstelle von neuen Atomkraftwerken aufzustellen, die Milliarden, die sie dafür einsetzen würden in Photovoltaik investieren würden. Sie könnten zum Beispiel Phtovoltaikanlagen auf Privathäusern installieren und damit den benötigten Strom produzieren. Das Geld für Atom Endlager in Recycling-anlagen von Photovoltaikzellen investieren. Die Versicherungen für Atomkraftwerke dazu benutzen um den erneuerbaren Strom zu verbilligen.

Ein weiteres Problem; Wärmeentwicklung bei der Entsorgung der Atomabfalls. Wieso wird nicht versucht, diese Wärme sinnvoll einzusetzen, ist das technisch nicht möglich
Ursula Laich | 18.11.2010
Mitgliederzeitschrift Greenfo

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