Katastrophale Abhängigkeit vom Öl

05.05.2010 - Aline Trede

Ist das Alarmzeichen gross genug, um uns zum Umdenken zu bewegen?

Es dauerte lange, bis die Regierung Amerikas das Ausmass der Umweltkatastrophe, die sich am Golf von Mexiko abzuzeichnen begann, begriff. Und mit ihr die Welt. Viel zu stark hat sich das Weisse Haus auf die Kompetenz des Bohrplattform-Betreibers BP verlassen. Was man ja bekanntlich nie machen sollte. Das haben wir schon bei Shell und vielen anderen Beispielen gesehen. Sobald Geld im Spiel ist, verlässt man sich besser gar nicht mehr auf die Unternehmen, welche die Katastrophe zu verantworten haben. Entsprechend hielt die Regierung sich zurück, anstatt sich von Anbeginn der Katastrophe ein klares Bild der Situation zu verschaffen und Druck auf den Ölkonzern auszuüben.


Der Ansatz Obamas war vor dem "Unfall" nicht gross kritisiert worden: das Moratorium zu beenden und amerikanische Küstengewässer für Ölbohrungen freizugeben. Nun besteht zumindest die Hoffnung, dass der Vorfall vor der Küste Louisianas und die jetzt drohende Umweltkatastrophe ein genug grosses Alarmzeichen sind: Die amerikanische Abhängigkeit vom Öl ist nicht durch die Förderung in den Küstengewässern zu beheben, sondern nur durch die Entwicklung alternativer Energien. Und nicht nur die amerikanische, nein, auch unsere Abhängigkeit.


Nur wenn wir wirklich weg kommen vom Öl, sind solche Katastrophen mit 100-prozentiger Sicherheit Geschichte. Doch unsere unbegrenzte Gier nach Öl hat bis heute keine Entwicklung in die richtige Richtung zugelassen. Nehmen wir jedoch die Atomkraft als Beispiel, schwindet unsere Hoffnung auf ein Umdenken wieder. Da gab es im Jahr 1986 eine grosse Katastrophe, auch durch einen Unfall. Und, sind wir von der Atomkraft weggekommen? Nein! Es braucht anscheinend mehr Leid, mehr Tote, mehr Katastrophen und vor allem mehr Geld, dass "verlochet" wird, bis wir eine Wende wenigstens andenken.


Das ganze Ausmass dieser Umweltkatastrophe haben wir noch nicht begriffen und nicht erfasst. Ich weiss nur, dass mich eine grosse Traurigkeit erfasst, wenn ich die Bilder sehe, und ich mich frage, was alles noch geschehen muss, damit wir uns wieder mal auf unsere Grundbedürfnisse besinnen. Was wollen wir noch alles zerstören, und zwar sicht- und fühlbar, bis wir begreifen, wie wichtig dieser Planet für uns ist? Nämlich überlebenswichtig?


Wer für den Schaden aufkommen wird, ist nun die grosse Frage. Aber, ist das nicht egal? Zerstört ist die Landschaft vorerst einmal, und zwar grossflächig und tiefgründig. Die Natur hat viele Tricks, sich wieder zu erholen, das ist vielleicht auch ihr Untergang. Denn solange wir davon ausgehen, dass die Natur nach wenigen Jahren wieder gleich aussieht wie vor der Katastrophe, werden wir immer im Gegenwind stehen.


Ich finde, wir sollten schleunigst anfangen, nicht mehr so kurzfristig zu denken und ignorant zu sein, und uns bei unserem Handeln die Konsequenzen überlegen.
 

9 Kommentare

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Kommentare

Konsequenzen des eigenen Handelns

Liebe Frau Trede

Sie kommen überzeugend 'rüber. Auch mir liegt die Zukunft am Herzen.
Wie Ökologie ist auch Politik eine ganzheitliche Sache. Setzt Politik am richtigen Hebel an, wird schnell im Sinne der Ökologie gehandelt.

Meine Logik:
1. Die Schweiz hat massgeblichen internationalen Einfluss als sicheres Land, gerade im Finanzsektor und was den Bildungsstand betrifft, also auch im Wirtschaftssektor, obwohl es sehr klein
ist.
2. Um die Politik ökologiefreundlich zu gestalten, braucht es entsprechende politische Mehrheiten, dies regional, kantonal und national.
3. Die Umsetzung der ökologischen Politik hat lokal und global positive Konsequenzen, trotz gescheitertem Kopenhagen wäre sehr viel möglich.

Deshalb lautet die einzig logische Frage: Wie schafft es die Grüne Partei Schweiz bzw. die Jungen Grünen Schweiz eine politische Mehrheit in den Parlamenten und Regierungen zu erhalten?

Deshalb ist für den ganzen Planeten überlebenswichtig, dass die Grüne Partei Schweiz in der EU-Politik (allfälliger Beitritt) die Ökologie in den Vordergrund stellt und entsprechend klar kommuniziert. Bisher hat es keinen einzigen ökologischen Grund für einen EU-Beitritt gegeben (vgl. Grünes EWR-Nein). Weiteres dazu habe ich bei Herrn Leuenbergers Europa-Thema festgehalten.

Wie wäre es, wenn zumindest die Jungen Grünen Schweiz, aber auch Junge Grüne in den Kantonen, sich aus ökologischen Gründen von einem EU-Beitritt öffentlich distanzieren würden? Ich behaupte, die halbe SVP-Wählerschaft würde auf einen Schlag nicht mehr SVP wählen. Viele würden aus Überzeugung Grün bzw. Junggrün wählen. Ich komme vom Land und weiss um die Dilemmata vieler, nur weil halt die Grünen auch ihren unlogischen Sektor haben. Da bleibt man lieber beim bekannt unlogischen. So bleibt die Kirche im Dorf.

Würde eine ökologische EU-Politik nicht innert nützlicher Frist umgesetzt, kann ich der Grünen Partei Schweiz inkl. den Jungen Grünen Schweiz nur ein Psychospiel übelster Sorte vorwerfen, wo jede Sekte daraus lernen und finanziell profitieren kann.
Eine solche Position kann man auch haben, wenn man deswegen niemandem neidisch ist ;-).

Deshalb erinnere ich mich gerne an Ihren letzten Satz: Ich finde, wir sollten schleunigst anfangen, nicht mehr so kurzfristig zu denken und ignorant zu sein, und uns bei unserem Handeln die Konsequenzen überlegen.

Noch ein Slogan für die Jungen Grünen: Gegen Jugendgewalt - die Jugend gewählt. Junge Grüne. Viel Spass beim Weiterpolitisieren!


Kirchgraber Stefan | 06.05.2010

EU

Die EU kennt eine Mindestmehrwertsteuer von 15%. Die Grünen können ohnehin kein Interesse an einer dermassen hohen Verbrauchersteuer haben. Das wäre völlig unsozial und würde die Ärmsten treffen. Der EU-Beitritt ist abzulehnen.
Yannick Hagmann | 09.05.2010

Danke für die Rückmeldungen

Lieber Stefan, lieber Yannick
vielen Dank für eure Kommentare.
Lustig, ich war gestern als Rednerin an der Feier zum 60 Jahre Jubiläum des Europatags. Der wurde von der EU-Botschaft in der Schweiz und dem Gymnasium Kirchenfeld in Bern organisiert.
Die Debatte ist genau die, welche ihr ansprecht. Auf der einen Seite müssen wir mit der EU verhandeln und sind gewissermassen auf sie angewiesen. Auf der anderen Seite können wir mit gewissen Standarts (beispielsweise ökologische Standarts, Grenzwerte etc) nur verlieren, wenn wir beitreten. Die Diskussion um die Mitsprache bleibt jedoch auch mit bilateralen Verträgen im Raum. Wir werden sehen, wann sich die Grüne Partei wieder mal mit dem Thema EU auseinandersetzen muss.
Liebe Grüsse
Aline
@Stefan: danke für den Slogan, vielleicht können wir ihn mal brauchen ;-)
Aline Trede | 11.05.2010

Argumentationsübersicht zu Slogans

@Aline: Gerne geschehen :-). Ich habe einen Link zu dem Slogan und noch zwei weiteren mit einer kleinen Argumentationsübersicht dazu.

http://survivalsgnachhaltigepolitik.blogspot.com/
Kirchgraber Stefan | 12.05.2010

Argumentationsübersicht zu Slogans

@Aline: Gerne geschehen :-). Ich habe einen Link zu dem Slogan und noch zwei weiteren mit einer kleinen Argumentationsübersicht dazu.

http://survivalsgnachhaltigepolitik.blogspot.com/
anonymous | 12.05.2010

anonymous, bitte

@anonymous: Bitte verwende eigene Ideen, wenn du einen Beitrag schreiben möchtest. Danke.
Kirchgraber Stefan | 12.05.2010

anonymous, bitte

@anonymous: Bitte verwende eigene Ideen, wenn du einen Beitrag schreiben möchtest. Danke.
anonymous | 12.05.2010

Klima und Erdoel.

Das Parlament streitet sich um CO2 Abgaben und Reduktion. Eigentlich ist das ein Streit um Nichts, denn der völlig CO2 -freie Motor ist längst erfunden. Er braucht weder Benzin noch Strom.
Leider kümmern sich die Politiker weder um den Einsatz dieser Technologie noch um deren Weiterentwicklung. Die Oel- und Stromindustrie mit deren Lobbyisten haben das Ruder fest in der Hand und zeigen wo es lang geht. Was interessiert die ausser ihren Milliardengewinnen, die dadurch entgehen würden.
Interessiert? Lesen Sie mehr dazu und sehen Sie sich das Auto mit Magnetmotor an. (Video und es fährt!!)

www.help4you.li/artikel/magnetmotor_auto.pdf
Theo Widmer | 01.06.2010

Anhängigkeit vom Oel.

Die Technik um z.B. oel- und stromfrei Auto zu fahren ist seit Jahrzehnten erfunden, nur - nicht einmal die Grünen kümmern sich darum. Oel- und Elektromaffia verhindern die Weiterentwicklung mit massivsten Mitteln.
Theo Widmer | 24.07.2010
Mitgliederzeitschrift Greenfo
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