Klimainitiative ist beste Risikovorsorge

22.03.2010 - Franziska Teuscher

Vorbeugen ist billiger als reparieren

Im Klimaschutz sind wir noch lange nicht am Ziel. Der Nationalrat hat mit 107 zu 76 Stimmen die Klimainitiative abgelehnt. Schade, denn die Klimainitiative ist eine grosse Chance für die Schweiz. Es kommt uns nämlich billiger, ja viel billiger, wenn wir heute vorbeugen anstatt morgen die Schäden reparieren. Ich erinnere mich noch gut an die entsprechenden Berechnungen des früheren Chefökonomen der Weltbank, Sir Nicolas Stern. Er hat im Auftrag der britischen Regierung die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels untersucht und kam in seinem Bericht genau zu diesem Schluss.

 

Wenn das Wetter nach Regen ausschaut, nehme ich einen Regenschirm mit. Im Winter montieren diejenigen, die ein Auto haben, Winterreifen auf ihr Fahrzeug. Wir müssen aber auch vorsorgen, damit das Fieberthermometer der Erde nicht weiter klettert. So gesehen ist die Klimainitiative eine Risikovorsorge.

 

Das Reduktionsziel, welches uns die Klimainitiative vorgibt, können wir durch effizientere Nutzung der Energieträger sowie durch Förderung von erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind, Erdwärme und Holz erreichen. Das bedeutet nicht, dass wir auf Komfort verzichten müssen. Wir schaffen neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen.

 

Eine Studie von McKinsey, die vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde, schätzt, dass mit der Umsetzung von griffigen Klimaschutzmassnahmen zusätzlich 11'000 neue Arbeitsplätze entstehen können. Zudem könnte die Schweizer Exportindustrie ihren Umsatz im Bereich der Klimaverträglichen Technologien innerhalb von zehn Jahren verdreifachen und weltweit 48'000 Arbeitsplätze schaffen, davon rund 16'000 in der Schweiz. Ich freue mich, dass heute die Volksinitiative "Neue Arbeitsplätze dank erneuerbaren Energien" lanciert wurde. Selbstverständlich sind wir Grüne mit dabei.


Die Initiative verlangt, dass Bund und Kantone gemeinsam die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien sicher stellen. Bis 2030 soll die Energieversorgung in der Schweiz zur Hälfte aus erneuerbarer Energie stammen.


Nebenbei können wir uns fragen: Was soll daran falsch sein, dass wir künftig mit unseren Ressourcen sparsamer umgehen? Erdöl, Erdgas und Kohle sind nicht endlos verfügbar. Sie neigen sich sogar schneller zu Neige, als uns lieb ist. Das wird auf der Welt zu grossen Verteilkämpfen führen und zu Konflikten. Was also ist schlecht daran, wenn wir unsere Auslandabhängigkeit so rasch als möglich reduzieren? Damit wir uns vom fossilen Zeitalter abkoppeln können, brauchen wir Leitplanken - dann brauchen wir Eckwerte wie die Klimainitiative. Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung hinter der Klimainitiative stehen wird.

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