Wehrpflicht für niemanden
Wenn schon dann schon: Militär abschaffen!
"Seiner Ansicht nach sollte man die jungen Ausländer gleich behandeln wie die Schweizer", heisst es im Tages-Anzeiger vom Montag. Da sind wir voll einverstanden! Gleiche Rechte und Pflichten für alle! Leider bezieht sich aber der Autor dieser Aussage, der Ökonom Bruno S. Frey, weder auf das Stimmrecht, die Lehrstellen noch auf das Strafrecht, das ja mit der Ausschaffungsinitiative eine neue Diskriminierung der ausländischen BürgerInnen einführen will: bedingte Strafen für SchweizerInnen, aber unbedingte Ausweisungen für AusländerInnen, die straffällig werden.
Nein, Frey bezieht sich nicht darauf, und auch Reiner Eichenberger, Volkswirtschaftsprofessor an der Uni Freiburg, nicht. Sie sind der Meinung, dass die jungen Schweizer gegenüber den Ausländern diskriminiert sind, weil sie entweder Militärdienst leisten oder Wehpflichtersatz zahlen müssen. Eine parlamentarische Initiative, die dieser Diskriminierung ein Ende bereiten soll, hat der Zürcher Nationalrat Alfred Heer (sic!) im März eingereicht. Unterzeichnet wurde diese sogar – siehe da - von GLP-Präsident Martin Bäumle. Es gehe hier nicht um Ausländerfeindlichkeit, sondern um Kostenwahrheit.
Das alles erinnert sehr an die Politiker, die allergisch auf jegliche Forderungen nach einer rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau reagieren. Ihre Standardantwort darauf: "Dann sollen Frauen auch Militärdienst leisten." So nach dem Motto: Frauen sollen zuerst mal alle lästigen Pflichten der Schweizer Männer übernehmen, bevor wir über eine Gleichberechtigung reden. Leider ist die Situation viel komplexer und mögliche Lösungen nicht einfach.
Für den Fall der Wehrpflicht gäbe es jedoch eine ganz einfache Lösung: Schaffen wir doch die Armee ab, wenn schon, dann schon! Dann müssen weder die Schweizer noch die Ausländer noch die Frauen Militärdienst leisten!
