Die "lustige" SVP

19.10.2009 - Ueli Leuenberger

Wie man zum Minarett ruft, so hallt es zurück

Auf Minarette schiessen, ist der letzte “Spass”, den sich die SVPler erlauben. Ein Internet-Video-Spiel, das nur jene lustig finden können, die dauernd Andersdenkende provozieren und verhöhnen. Erinnern wir uns: Schon vor den eidgenössischen Wahlen 2007 bot die SVP auf dem Internet Video-Spiele an. „Spiele“, mit denen Grüne zu Tode gefahren und mit Flüchtlingen gefüllte Reisecars gerammt werden konnten.


Wer dauernd politischen Streit anzettelt und zur Gewalt aufruft, muss sich dann nicht wundern, wenn die SVP-Zielobjekte eines Tages richtig zurückgeben werden. Förderlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist sowas auf jeden Fall nicht. Was wir brauchen, ist Dialog, und ich warte immer noch darauf, dass auch Leute in der SVP sich endlich von solchen Methoden distanzieren. Ja, „ liebi Froue und Manne“, die ihr noch genügend Verstand habt und einige Grundwerte in unserer Gesellschaft verteidigt, zum Beispiel Dialog und Toleranz - wo seid Ihr, warum hören wir Euch nicht?

10 Kommentare

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Kommentare

Gewaltfreiheit

Gewalt provoziert Gewalt, d.h. nicht gewalttätig auf Gewalt zu reagieren braucht einen relativ hohen Anteil an Selbstbeherrschung.
Klar, es sind junge Menschen, welche solche Games spielen und ihre aufgestaute Aggression für einen Moment so abzulassen versuchen. Es gibt bekanntlich zufriedenstellendere und Formen.
Eine Form auf Gewalt zu reagieren ist dorthin zurück konfrontieren wo die Gewalt her kommt, klar aber fair.
Ein Mensch, aber auch eine Partei hat die Möglichkeit das eigene Verhalten auf Gewaltfreiheit zu überprüfen.
Warum sind so viele junge (und auch alte) Menschen frustriert und lassen die an ihnen erlebte Gewalt an sich oder andern ab?
Ich (auch als Grüner) stelle fest, dass Frieden stark mit einem klaren, ehrlichen, einschätzbaren Gegenüber zusammenhängt.
Deshalb: Ist die grüne Partei für die Bevölkerung einschätzbar als durchgehend logische Partei der ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet? Oder gibt es eklatante Widersprüche?
Man kann vergleichen mit beispielsweise einem Elternteil, welcher widersprüchlich erzieht, Lob und Tadel für dasselbe Verhalten. Das ist Gewalt und von dem sollte jede Person lassen und jede Partei.
Ich provoziere jetzt ein wenig, schliesslich ist die Uhr auf fünf vor zwölf stehen geblieben:
Warum zur EU beitreten wollen, wenn in den Regionen in Richtung Regionalisierung gearbeitet wird?
Warum sich abhängig machen von einer sich auf uns Jungen diktatorisch auswirkenden Welt'wirtschaft' inkl. dem Cassis de Dijon à la EU wenn der grösste Teil regional machbar ist und sich die Leute so Übersicht und Selbstvertrauen erarbeiten können?
Warum grüne Lösungsvorschläge kompliziert nennen wenn sie einfach sind (abgesehen vom EU-Beitritt)?
Wie soll sich ein Jugendlicher/eine Jugendliche verhalten, welche genau wegen solcher Widersprüche nicht mehr hören mag, wählen gehen zu sollen oder genau aus diesem Frust SVP wählt anstatt Grün?
Unlogisches Verhalten wird bestraft. Irgendwann wird von bürgerlicher Seite der Vorwurf an die Grünen und die SP kommen, genau wegen dem unlogischen EU-Beitrittswahn (bisher wurde kein einziger ökologisch nachhaltiger Grund genannt) die zunehmende Gewalt inkl. des hohen SVP-Anteils provoziert zu haben.
Bis zum Wechsel der EU-Politik der Grünen nach dem EWR-Nein war die Grüne Partei der Schweiz vielleicht für einen grossen Teil der heutigen SVP-Wählerschaft logisch und deshalb einschätzbar.
Die Besen kehren bekanntlich vor der eigenen Haustüre am besten.
Kirchgraber Stefan | 19.10.2009

Ideologie statt gesundem Menschenverstand

Als politisch total heimatloser Mensch, da von keiner Partei vertreten, möchte ich hier meine Meinung zur Minarett Initiative kundtun.
Ich bin absolut für diese Initiative!
Wohnhaft im Kleinbasel, habe ich einen grossen Bekanntenkreis von "Menschen mit Migrationshintergrund", wie man Heute zu sagen pflegt. Die "Menschen mit Migrationshintergrund", mit welche ich tagtäglich verkehre, kennen die schöne Wortschöpfung jedoch gar nicht. Es sind meist Leute aus "bildungsfernen Schichten".......bei uns im Matthäusquartier wird tagtäglich Integration gelebt. Schweizer wie Nichtschweizer, wir müssen zusammenhalten, denn alle haben nichts........das ist für mich die Schweiz, wie ich sie Liebe, offen, tolerant, aber auch bestimmt.
Die Religion bekommt für mich im Allgemeinen einen Stellenwert, welche sie aus meiner Sicht nicht verdient hat! Ich orte eines der grössten Probleme, mit welchem wir in Zukunft zu kämpfen haben, der schleichenden Rückbesinnung der Menschen auf ihre religiösen Wurzeln zu. Es ist doch erstaunlich, wie auch die Christen plötzlich "beleidigt und verletzt" sind, wenn über Religion gelacht, Witze gemacht, karikiert oder weiss ich nicht was getan wird.

Meine Meinung zu diesem ganzen Thema: Ich unterstütze jegliche Initiative, welche die Weltreligionen daran hindert, öffentlich Präsenz zu markieren. Andererseits erstaunt mich das Phänomen immer wieder, dass eigentlich intelligente, gebildete Menschen, zu verfechtern von eigenartigen Ideen werden, sobald sie sich mehr mit der Religion beschäftigen. Mir sind Menschen suspekt, welche ihre Religiosität fromm und streng ausleben, leider verstehen die Moslems weniger "Spass" wenn es um die in Ihren Augen "herabwürdigung" des Islam geht, als die Christen, zumindest in der Schweiz. Ich bin absolut für die Religionsfreiheit, aber ich möchte auch als Mensch, welcher gläubig ist, aber ob Bibel oder Koran, ich halte nicht viel von diesen Schriften und möchte eigentlich auch nichts mit Organisierter "kirchlicher" Religiosität zu tun haben.

In diesem Sinne ist für mich der Fall ganz klar. Eine Initiative wie die Minarett Initiative kann ich nur unterstützen, auch wenn mir sehr wohl bewusst ist, wessen Geistes Kind die Initianten sind...........da ich aber in der Sache hinter dem Minarettverbot stehe, und mir ehrlich gesagt auch der Umgang mit der Initiative vor allem von linker Seite sehr missfällt, werde sogar ein Überzeugtes JA in die Urne legen. Religiosität soll jeder für sich ausleben, religiöse Symbole aller wirken auf mich störend und lösen bei mir keine angenehmen Gefühle aus!
Pascal Meier | 22.10.2009

Andersdenkende nicht verhöhnen

Was die SVP da bietet ist unter jedem Niveau. Das Thema Minarett ist eine typische Symptombekämpfung. Anstelle dringend notwendige Integrationsbemühungen zu unterstützen, werden die kulturellen "Auswüchse" einer fremden Kultur stigmatisiert. Das ist kurzsichtig und falsch.

Jetzt ist es aber so, dass, wer den ersten Stein wirft, sich erst mal selber fragen sollte, ob er denn nicht genau das Gleiche mit seinen politischen Gegnern macht.
Wer sich nämlich eine differenzierte Meinung zum Klimawandel zu äussern erlaubt , erlebt eine ganz ähnliche Stigmatisierung durch Grüne Kreise in diesem Land. "Fundamentalistisch", "extrem", "Klimaleugner", "Naturschutzgegner" sind noch die angenehmsten Äusserungen, wenn man dem grünen Mainstream nicht mehr gefällt.
Kann es sein, dass ein paar Exponenten der Grünen und der SVP das gleiche Problem mit Ausgrenzung haben?
Christof Merkli | 27.10.2009

Andersdenkende nicht verhöhnen

Was die SVP da bietet ist unter jedem Niveau. Das Thema Minarett ist eine typische Symptombekämpfung. Anstelle dringend notwendige Integrationsbemühungen zu unterstützen, werden die kulturellen "Auswüchse" einer fremden Kultur stigmatisiert. Das ist kurzsichtig und falsch.

Jetzt ist es aber so, dass, wer den ersten Stein wirft, sich erst mal selber fragen sollte, ob er denn nicht genau das Gleiche mit seinen politischen Gegnern macht.
Wer sich nämlich eine differenzierte Meinung zum Klimawandel zu äussern erlaubt , erlebt eine ganz ähnliche Stigmatisierung durch Grüne Kreise in diesem Land. "Fundamentalistisch", "extrem", "Klimaleugner", "Naturschutzgegner" sind noch die angenehmsten Äusserungen, wenn man dem grünen Mainstream nicht mehr gefällt.
Kann es sein, dass ein paar Exponenten der Grünen und der SVP das gleiche Problem mit Ausgrenzung haben?
Christof Merkli | 27.10.2009

Minarette Ja / Nein ?

Ich habe schon lange begriffen, dass die Religionen das Gift dieser Welt bedeuten. Immer mehr bewundere
ich die Werke der Natur. Diese ist lange vor den Religionen entstanden. Die meisten von uns wurden in
Gebieten geboren, wo sich die Menschen seit jahrtausenden mit ihr auseinandersetzen mussten, um zu Über-
leben. Seit es Religionen gibt. die heute weltweit herrschen, gibt es wegen diesen Zoff rund um die Erde. Da
hat sich trotz Globalisierung und UNO Nichts geändert. Alle heutigen Glaubensbekenntnisse haben in ihrer
jeweiligen Doktrin nur das Beste für alle Menschen im Sinn. Warum aber, werden vor allem unter dem
Deckmantel des Islams, unter Berufung von Allah, weltweit Vielen solche Schmerzen zugefügt. Dies in
grossem Umfang sogar an Glaubensgenossen. Das Verhalten der Moslems in vielen Ecken der Welt, schürt
eben auch bei uns grosse Ängste. Klar dürfen sie auf ihren Glaubens-Häusern Minarette errichten. Dies ist ja
durch unserer Bundesverfassung garantiert. Aber Eile mit Weile. Sie müssen aber auch viele Gebräuche und
Tätigkeiten ablegen, die gegen diese Verfassung verstossen. Die Minarette sollten wir ihnen erst in 150 Jahren
gewähren. Bis dann wäre auch der Letzte so angepasst, dass er unsere Regeln kennt und viel nicht mehr mit
der Fremde vergleicht, wo die meisten ja herkommen.
HaRu WEBER | 28.10.2009

Buchtipp!

Allen, die sich für Fragen des Zusammenlebens verschiedener Religionen interessieren, kann ich die Lektüre von folgendem Buch sehr empfehlen:

From Fatwa to Jihad
The Rushdie affair and it's legacy
von Kenan Malik

Erschienen 2009, Englisch

Das Buch befasst sich vor allem mit der Situation in England. Die meisten Argumentationen lassen sich aber problemlos auf jedes andere Land, wo Migranten leben, übertragen.
daniel heierli | 02.11.2009

Konsequenz der jetzigen grünen Politik

Sehr geehrter Herr Leuenberger und andere gewählte Grüne

Ich habe schon an einigen Orten darauf hingewiesen, dass die EU-Politik der Grünen Partei der Schweiz nicht mit dem eigenen Parteiprogramm übereinstimmt; es fehlen übereinstimmende Pro-Gründe. Ein EU-Beitritt der Schweiz hätte zumindest aus Schweizer Sicht ökologische Negativfolgen (Qualitäts-Richtlinien, Transporte, Grosskonzerne können noch mehr die KMU unter Druck setzen).
Das Festhalten am EU-Beitritt ist auch für die EU-Länder ein Nachteil; hätte die Grüne Partei der Schweiz einen grösseren Stimmenanteil in den Räten, wären viele Steuerstreitigkeiten nicht mehr. Mit einer zurückhaltenden EU-Politik wäre dies der Fall. Glücklicherweise besteht auf dieser Page ein Link zu den EU-Grünen, so konnte ich dorthin ein Mail senden mit obiger Bemerkung.

Ich sehe, dass sich viele in der Grünen Partei abmühen: Junge, kantonal, regional. Sie machen wichtige Arbeit, nur droht diesen von der eigenen Partei verheizt zu werden und mangels des nötigen einschlägigen Erfolgs die Übersicht zu verlieren (vgl. 1. Kommentar). Dies nur weil das EU-Thema parteiintern tabuisiert wird. Ich kann mich noch erinnern als man in die rechte Ecke gestellt wurde war man nicht für den EU-Beitritt. Jede Mafia würde dies so tun, die Kirche funktioniert ebenso. Wäre die grüne Partei der Schweiz auch in der EU-Frage logisch, hätte sie mit Leichtigkeit recht schnell die doppelte Stimmenzahl. Haben die Grünen Angst vor der Macht? Christoph Blocher durfte sich auch beweisen, jetzt sind die Grünen dran!

Deshalb habe ich mich so entschieden: Solange die Grünen sich nicht konstant von einem EU-Beitritt distanzieren werde ich mein Gönnergeld künftig den Jungen Grünen meines Wohnkantons zukommen lassen und national nicht mehr wählen gehen.
Vielleicht spaltet sich ja bald mal ein Teil der Schweiz ab um konsequent ökologisch nachhaltig funktionieren zu können?

Viel Spass weiterhin beim Politisieren!
Kirchgraber Stefan | 05.11.2009

Tabu besteht leider tatsächlich

Es passt zwar nicht zum eigentlichen Thema des Blogs, aber Stefan Kirchgraber hat mit der Feststellung, dass das Thema "EU" in der Grünen Partei nicht offen diskutiert wird, leider recht.
Alles EU-kritische einfach pauschal als isolationistisch, ausländerfeindlich u.s.w. abzutun ist sachlich nicht haltbar.
daniel heierli | 10.11.2009

Wie man vom Minarett ruft so hallt es zurück

Die Grünen riefen vom Minarett: Wir sind die ökologische Partei und ein Nichtbeitritt der Schweiz zur EU ist Isolationismus.
Das Volk war irritiert, da der EU-Beitritt nicht ökologisch und es hallte so zurück: Wir wollen nicht der EU beitreten, deshalb wählen wir das wovon wir eh schon wissen dass man sich damit isoliert. Dann hat der Muezzin seinen Frieden, weil er dann ja Recht kriegt nach der Regel 'Ein Muezzin hat immer Recht und wenn er einmal nicht Recht hat gilt Regel Nr. 1'.
Kirchgraber Stefan | 13.12.2009

Wie man vom Minarett ruft so hallt es zurück

Die Grünen riefen vom Minarett: Wir sind die ökologische Partei und ein Nichtbeitritt der Schweiz zur EU ist Isolationismus.
Das Volk war irritiert, da der EU-Beitritt nicht ökologisch und es hallte so zurück: Wir wollen nicht der EU beitreten, deshalb wählen wir das wovon wir eh schon wissen dass man sich damit isoliert. Dann hat der Muezzin seinen Frieden, weil er dann ja Recht kriegt nach der Regel 'Ein Muezzin hat immer Recht und wenn er einmal nicht Recht hat gilt Regel Nr. 1'.
Kirchgraber Stefan | 13.12.2009

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