Hup Holland - für weniger Hupen

18.11.2009 - Aline Trede

Holland ist auch im Verkehr top

In Holland geht es vorwärts! Die seit der Fussball-EM in der Schweiz sowieso schon beliebten Holländerinnen und Holländer haben eine Reform ihres Verkehrsbesteuerungssystems eingeläutet. Autobesitzerinnen und –besitzer bezahlen nicht mehr die altbekannte Steuer, sondern neu pro Kilometer. Der Ansatz liegt bei drei Cents pro gefahrenem Kilometer. Bis ins Jahr 2018 soll die Gebühr schrittchenweise auf 6.7 Cents pro Kilometer erhöht werden. Das System soll im Jahr 2012 in Kraft treten. Was erhoffen sich die Holländer davon?


Das neue System bietet Anreize, das Auto stehen zu lassen. Dadurch werde die Belastung der Umwelt durch Kohlendioxid in Fahrzeugabgasen voraussichtlich um zehn Prozent abnehmen, erklärte Verkehrsminister Camiel Eurlings nach Medienberichten vom Samstag. 59 Prozent der AutofahrerInnen würden laut Berechnungen der holländischen Regierung von diesem neuen Erhebungssystem profitieren. Für 16 Prozent würden die Mobilitätskosten steigen.


Gut für das Klima: Insgesamt werde die Zahl der Strassenkilometer, die von niederländischen Autos zurückgelegt worden sind, um 15 Prozent abnehmen. Mehr Menschen würden auf öffentliche Verkehrsmittel sowie das Velo umsteigen.


Doch auch die Verkehrssicherheit würde erhöht. Pro Jahr werde es sieben Prozent weniger Verkehrstote geben, so die Prognosen. Bis 2020 könne sich zudem die Zahl der Staus auf Hollands Strassen auf das Niveau von 1992 verringern.


Wie wir halt so sind, haben die Grünen in Holland bereits ihre Meinung kundgetan. Die Reform sei nicht radikal genug auf den Umweltschutz ausgerichtet und könne somit nur ein erster Schritt sein.
Das finden wir hier in der Schweiz auch, aber immerhin – es ist ein erster Schritt. Wir sind auf die Resultate gespannt.
 

3 Kommentare

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Kommentare

Warum nicht auch beim ÖV?

Die Richtung stimmt ganz eindeutig: Jeder gefahrene Kilometer soll kosten. Das Motto "Wenn ich ohnehin ein Auto habe, kann ich geradeso gut etwas mehr herumfahren" soll hinfällig werden.
Warum nicht auch beim ÖV? Wer täglich Zürich-Bern pendelt, zahlt pro Retourfahrt noch ca. 14 Fr. Ein ahnungsloser Tourist ohne Halbtax bezahlt 92 Fr. Was soll daran fair sein? Denn für die Bahn ist es kein Vorteil, dass der Pendler täglich und immer wieder fährt. Es ist der Pendler, nicht der Gelegenheitsfahrer, der das Bahnnetz an die Grenze der Belastbarkeit bringt.
Und das ganze Gerede vom Verteuern einzelner Strecken und Zeitfenster ist sowieso Stuss, solange es das GA gibt!
daniel heierli | 18.11.2009

Und was ist mit den Menschen in Randregionen ???

Auto- Abhängige gibts leider ! In Randregionen, Menschen mit Behinderung, Landwirte in Aussenhöfen, etc. Die Randregionen, wo der Gütertransport viele Camion- Kilometer erfordert, sind eh schon diskriminiert durch die LSVA. Nun soll auch noch eine undifferenzierte Auto- Km- Steuer kommen- da muss man sich dann nicht wundern wenn diese Menschen überzeugt SVP wählen....

Dies ist ein Schritt in die falsche Richtung. Passendere innovative Lösungen gibt es sicher, heute im Informatikzeitalter kann die Verwaltung auch geografisch und sozial differenziertere Steuer verwalten.
Christian Uebelhard | 21.11.2009

Die Randregionen!

- Auch wer in Randregionen wohnt, kann sehr stark beeinflussen, wieviele Kilometer er mit dem Auto zurücklegt. Mit einer geschickten Planung lässt sich die Anzahl der Fahrten stark begrenzen.
- Wer ausserhalb der Stadt wohnt, sollte auch nicht vergessen, dass er bei der Wohnungsmiete einige hundert Franken pro Monat spart. Da müsste man wegen einer kleinen Erhöhung des Benzinpreises nicht gleich losjammern.
- Die Mobilität in den Randregionen ist massiv vom Staat subventioniert. Die Bewohner dünn besiedelter, abgelegener Gegenden könnten ihr Strassennetz niemals aus den eigenen Steuergeldern bezahlen. Auch mit einer Verteuerung des Autokilometers würde das nicht grundsätzlich anders.
Fazit: Man sollte sich halt überlegen, wo man seinen Wohnsitz nehmen will. Wer viel in der Stadt zu erledigen hat, sollte nicht auf dem Land wohnen. Wer auf gute Mobilität angewiesen ist, ist in Sternenberg halt einfach fehl am Platz!
daniel heierli | 25.11.2009

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