Förderung des Schienenfernverkehrs
Die Schweiz muss mehr Einfluss haben
Sommerzeit ist Ferienzeit, und Ferienzeit ist Reisezeit. Die Schweizerinnen und Schweizer träumen von unentdeckten Ortschaften, idyllischen Oasen und interkulturellen Erfahrungen. Doch obwohl viele Destinationen in Europa mit einer mehrstündigen Zugfahrt oder mit dem Nachtzug erreichbar sind, ziehen viele Ferienreisende einen kurzen Flug der Zugfahrt vor. Dumpingpreise und Billigfluggesellschaften verstärken diesen Trend. Das ist schade, gerade weil der Bund grosse Summen in den Ausbau nicht nur von Strecken des schweizerischen Schienennetzes, sondern auch von Strecken im benachbarten Ausland investiert, wie zum Beispiel in die TGV-Strecke im Jurabogen. Geld allein genügt jedoch nicht, um ein attraktives Angebot an direkten Verbindungen sicherzustellen, wie der Antwort des Bundesrates auf eine Interpellation zu entnehmen ist. Demnach hat der Bund heute keinen direkten Einfluss darauf, ob auf den ausgebauten Strecken auch tatsächlich attraktive, häufige und rasche Direktverbindungen angeboten werden. Diese Situation ist sehr unbefriedigend. Denn es bleibt unklar, wie sinnvoll die Investitionen effektiv sind.
Attraktive direkte Fernverkehrsverbindungen, wie es sie heute namentlich zwischen Genf und Paris sowie zwischen Basel und Mannheim schon gibt, sind für alle Landesteile der Schweiz aus wirtschaftlicher und touristischer Sicht sehr wichtig. Der Bund darf darum nicht in die Zuschauerrolle zurückgedrängt werden, sondern muss seinen Einfluss geltend machen können. Ich habe darum den Bundesrat in einem Postulat aufgefordert aufzuzeigen, wie er seinen Einfluss steigern kann, damit die Zahl der attraktiven internationalen Fernverkehrsverbindungen zunimmt und damit die Zahl der Ferienhungrigen, die auf den Zug umsteigen.
