Nachrichten von der "Wirtschaftsfront"
Madoff, Banken, KMU-Betriebe und die Glückskette des OTTO-Versands
150 Jahre hat er also gekriegt: einer der grössten Finanzschwindler aller Zeiten. Madoff – Inbegriff des verrückten Casino-Kapitalismus - muss für lange Zeit hinter Gitter, dorthin wo viele andere Finanzbetrüger und Banker eigentlich auch hin gehörten.
Hunderten von KMU-Betrieben werden von den Banken in unserem Lande Kredite verweigert, wie Newsnetz soeben meldet. Wo bleibt da die viel gepriesene Solidarität? Wurde der Milliarden-Deal mit der UBS nicht bis zum Geht-nicht-mehr damit begründet, dass die KMU nicht in Gefahr gebracht werden dürfen? Und wo bleibt jetzt die Banker-Solidarität?
„Zum Glück gibt’s ja noch die Glückskette“, sagt der Chef vom OTTO-Versand und will wie bei Tsunami, Erdbeben, Krieg und Hungersnot auf der Welt oder Überschwemmungen in unserem Lande, dass die Bevölkerung via Glückkette für die leidende Wirtschaft spendet. Zum Glück winkt die Glückskette ab.
Die Handelszeitung veröffentlicht soeben, dass trotz erster Konsequenzen des Wirtschaftsabschwungs 2008 rund die Hälfte der erfassten Schweizer Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen (ohne Banken und Versicherungen) beim Umsatz erneut zugelegt habe. Damit gebe es nun 141 Umsatzmilliardäre, zwei mehr als im Vorjahr.
Wie wäre es, wenn diese Umsatzmilliardäre eine Glückskette bilden und den KMU unter die Arme greifen würden?
Ich meine, dass es in unseren Köpfen beben sollte, damit nach dem Finanz-Tsunami und dem Wirtschaftsbeben ein ökologischer Umbau der Wirtschaft und eine nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt aller Überlegungen gestellt werden. Dazu braucht es weder Glück noch Glückskette - aber viel gesunden Menschenverstand!
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OTTO und die KMU
Grundeinkommen/Freiwilligenarbeit
Anstatt eine Glückskette zugunsten unökologischer Produktionen fände ich besser, die Einkommens- und Umsatzmilliardäre zu überzeugen, den Entlassenen und Sozialversicherungs-/hilfeabhängigen die Existenz zu sichern und das Sozialsystem zu vergünstigen. Unbezahlbare überlebenssichernde Arbeiten wie Schutzwaldpflege (www.bergwaldprojekt.ch) sowie zehntausende neue gewinnbringende Arbeitsplätze im Energiegewinnungssektor nach Abschaffung 7a EnG wären die logische Folge.
Und sowieso: Warum ist die Schweiz noch Mitglied der WTO? Gibt's da eine Verpflichtung zur Pleitenoptimierung?
