Die Frauen und das Glück

16.06.2009 - Franziska Teuscher

Glücklich macht eine faire Aufteilung

Jetzt haben wir es schwarz auf weiss: Die Frauen sind heutzutage unglücklicher als in den 70er Jahren. Das zeigt die Studie der US-Ökonomen Betsey Stevenson und Justin Wolfers mit dem schönen Titel „The Paradox of Declining Female Happiness“. Die SonntagsZeitung findet das Ganze unglaublich spannend, fügt der Studie die Befragungsergebnisse des Schweizer Haushalts-Panels hinzu, geht gleichzeitig glückliche Frauen im Kanton Uri suchen, mixt das Ganze zusammen und folgert daraus: Die glücklichsten Frauen der Schweiz leben im urnerischen Schattdorf. Denn dort sind die Frauen bescheidener, brauchen keine tollen Berufe, engagieren sich ehrenamtlich und sind gut aufgehoben im sozialen Netz. Was folgern wir daraus? Frauen zurück an den Herd?


Natürlich nicht! Denn: Im Gegensatz zur SonntagsZeitung und den von ihr konsultierten männlichen Ökonomen haben sich die US-Ökonomen davor gehütet, aus ihrer Studie vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Weil: Die relative Abnahme des Wohlbefindens der Frauen gelte sowohl für arbeitende als auch zu Hause bleibende Mütter (!), für Verheiratete und Geschiedene, für Alte und Junge und quer durch die Ausbildungsniveaus. Die Rückkehr an den Herd allein macht also auch nicht glücklich.


Die US-Forscher deuten zudem an, dass die Frauenbewegung Erwartungen bei den Frauen geweckt hat, welche die Gesellschaft (noch) nicht befriedigen kann. So haben Frauen heute zwar mehr Chancen im Beruf, müssen aber gleichzeitig feststellen, dass sich die Rahmenbedingungen, um alles unter einen Hut zu bringen, noch zu wenig verbessert haben.


Darum: Lasst uns weiterkämpfen, für eine tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau, damit es beiden möglich ist, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Beruf und Familie. Dafür braucht es Job-Sharing, Top-Sharing, Teilzeitstellen auf allen Etagen, Lohngleichheit sowie faire Löhne für alle, auch für diejenigen Frauen, die erwerbstätig sein und zum Familieneinkommen beitragen müssen! Nur wenn die Belastungen im Job, in der Familie und im Haushalt so auf beide Geschlechter verteilt werden können, dass niemand unter der Last von Pflichten, Ansprüchen und Aufgaben erdrückt wird, können alle wieder glücklich werden, nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer und die Kinder. 

7 Kommentare

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Kommentare

Wie schnurren wir Interresse von Konservativen?

Wie können wir Konservativen Burgerlichen Krisen beibringen "unser" Themen Ihre werden zu lassen? Welche Ansichten benötigen Burgerlichen Parteien um Diskussionen auf Ihre eigene Basis auf dem Beine zu bringen? Eng.: How do we bring traditional hardworking people to concern themselves with more than their next pay check???
Isi Gwe | 14.06.2009

Janine Roberts.

Janine Roberts ist (natürlich) eine Frau. Ihr neues Buch "Fear of the Invisible" hat mich richtig aufgewühlt. Ich (74-jährig) stehe jetzt morgens früher auf, etc. "Endlich", denke ich, "verstehe ich ungefähr, was faul ist im Staate Schweiz". Nicht nur die Zürcher Bankers sündigen durch Lug und Trug, sondern, stärker und schrecklicher, die Basler Chemiker. Die giftigen AIDS-Medikamente sind nutzlos, ebenso die Polio- und Grippe-Impfstoffe. Lest "Fear of the Invisible"! Erhältlich via Amazon. Nicht erhältlich via books.ch
Reinhart Frosch | 22.06.2009

Ein Gespräch über das Wetter ...

... ist oft verdammenswürdig, weil es das Verschweigen wichtigerer Dinge impliziert. Faire Aufteilung zwischen den Geschlechtern ist wünschenswert, aber es gibt in unserer heutigen Schweiz doch viel, viel dringlichere Probleme. Siehe obigen Kommentar "Janine Roberts".
Reinhart Frosch | 27.06.2009

@Reinhardt Frosch

Gibt es eine wissenschaftliche Besprechung des Buches? Wäre dankbar um einen entsprechenden Hinweis. (Einige Minuten Googlen brachte leider gar nichts zutage.)

Ein Werbekommentar für das Buch hätte ausserdem genügt. In diesen Thread passt er nun wahrlich nicht rein.
Andreas Kyriacou | 30.06.2009

Antwort an Andreas Kyriacou:

Zum Kommentar vom 30.6.09: Ja, ich gebe zu, dass mein Diskussionsbeitrag "Janine Roberts" nicht hierher passt. Elf Besprechungen ihres Buches "Fear of the Invisible" kann man auf der Amazon-Website finden.
Reinhart Frosch | 07.07.2009

Nachtrag zu Janine Roberts:

Heute morgen erinnerte ich mich an mein oftmaliges Kopfschütteln angesichts der Versuche von Laien, Einsteins Relativitätstheorie zu widerlegen. Darauf habe ich nun meine positive Besprechung des Buches "Fear of the Invisible" von Janine Roberts auf www.amazon.com gelöscht. Das Buch gefällt mir zwar nach wie vor; Besprechungen davon sollten aber durch Berufs-Biologen verfasst werden.
Reinhart Frosch | 11.07.2009

Noch ein Nachtrag zu Janine Roberts.

Jetzt bin ich mit ihrem Buch "Fear of the Invisible" nicht mehr ganz einverstanden. Pockenviren (heute offenbar ausgerottet) konnten sich im Zellplasma vermehren, wenn das Immunsystem nicht gesund war.
Reinhart Frosch | 14.07.2009

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