Gentech-Label in Deutschland

14.08.2009 - Aline Trede

Deutschland ist uns einen Schritt voraus

Deutschland führt ein Label ein, welches Produkte ohne Gentechnik einheitlich bezeichnet. Die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner (CDU) stellte das Label diese Woche am Einweihungstag in München nicht ohne Stolz vor. Das Logo darf auf allen Lebensmitteln gedruckt werden, die ohne gentechnisch veränderte Futtermittel produziert wurden. "Durch die Einführung eines einheitlichen Logos wird die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher gestärkt, und ich wünsche mir, dass von der Kennzeichnungsmöglichkeit rege Gebrauch gemacht wird", sagte die Ministerin. Mit dem Verkauf der ersten Lebensmittel mit dem Logo sei ab Herbst 2009 zu rechnen. Für ein so grosses Land ist dieses Tempo beachtlich - da könnte sich die Schweiz eine Scheibe davon abschneiden.


Die KonsumentenschützerInnen sind erfreut über diesen Vorschlag zur Deklaration der Lebensmittel. Vorerst ist das Label jedoch freiwillig benutzbar. Die KritikerInnen dagegen bemängeln, dass das Label die VerbraucherInnen in die Irre leite. Denn es greife nur Gentech-Futtermittel auf; Gentech-Zusatzstoffe dürfen in den Produkten weiter verwendet werden.
 

Dennoch: In Deutschland ist ein weiterer Schritt gemacht worden. Über die Ausführung kann noch diskutiert werden. Das Argument der KritikerInnen ist nicht vom Tisch zu weisen. Gentechfrei ist nun mal gentechfrei.


Trotzdem: Auch die Schweiz dürfte auf diesem Gebiet wieder mal einen Schritt vorwärts machen und nicht wie in anderen Bereichen der Umwelt- und Klimapolitik immer hinterher hinken. Das letzte Wort ist jedoch weder in Deutschland noch in der Schweiz gesprochen.

 

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