Grüne fordern Abschaffung der Kopfprämie

22.04.2009 - Franziska Teuscher

Kopfprämien sind ungerecht

Am runden Tisch haben Gesundheitsminister Pascal Couchepin und verschiedene Player aus dem Gesundheitswesen darüber diskutiert, wie die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen sind. Ideen sind da, doch Couchepin & Co. haben einmal mehr gezeigt, dass sie nicht gewillt sind, dort anzusetzen, wo wirklich Kosten gespart werden könnten: Zum Beispiel, indem Parallelimporte von Medikamenten zugelassen und Generika gefördert werden. Indem die Spitzenmedizin besser koordiniert und auf weniger Standorte konzentriert wird. Indem auf unnötige Behandlungen und Operationen verzichtet wird.
Doch auch diese Massnahmen ändern nichts an der Tatsache, dass die Kopfprämien ungerecht sind. Sie gehören abgeschafft! Die Grünen fordern mehr Solidarität im Gesundheitswesen. Die Prämien müssten sich nach dem Einkommen richten. Die Idee von Couchepin, für einen Arztbesuch eine Gebühr von 30 Franken zu verlangen, zementiert einmal mehr eine soziale Ungerechtigkeit: Reichere Leute können 30 Franken bezahlen, ohne mit der Wimper zu zucken, während sich ärmere Personen und Familien einen Arztbesuch zweimal überlegen würden – was fatale Folgen haben könnte.

3 Kommentare

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Kommentare

Die 30.- "Eintrittsgebühr" sind problematisch...

..., keine Frage. Es ist ein etwas verzweifelter Versuch, der Tendenz entgegen zu wirken, dass Leute beim kleinsten Wehwehchen gleich zum Arzt rennen. Leider weiss ich auch nicht, wie dieser Trend auf eine andere Art gebrochen werden könnte.

Ich fürchte, der unnötige Gang zum Arzt wird eher noch zunehmen, wenn der Leistungsumfang der Grundversicherung Richtung Wellbeing-Angebote weiter ausgebaut wird. Denn seine Globuli kriegt nur gratis, wer sie von einem Mediziner verschrieben erhält. Da ist die Versuchung für einige wohl schon gross, aus der persönlichen Gesundheitspflege schnell eine offizielle Krankengeschichte zu machen.
Andreas Kyriacou | 27.04.2009

Sind 30.- wirklich so schlimm?

Es ist ganz klar, dass die 30.- den ärmeren Personen und Familien mehr weh tun als den reichen, aber das tun die 1.60 für die Bio-Milch auch.
Tatsache ist, dass unsere viel zu hohen Gesundheitskosten zu einem guten Teil anscheinend auf unnötige und teure Infrastruktur sowie unnötige und daher auch teure Arztbesuche zurückzuführen sind. Wenn hier (also beim "Unnötigen") die Leistung reduziert wird, tut es am wenigsten weh...
Thomas Tester | 13.05.2009

Rationierungsgutscheine

Die Stadt St. Gallen ist eine interessante Idee am Umsetzen. Obwohl die Gebühren für öffentliche Dienste wie Bäder usw. steigen und mit teurerem Ökostrom die CO2-Zertifikats-Dealerei des Stadt-Regierungsrates Fredy Brunner (deutsches Kohlestromkraftwerk) unterstützt werden kann, verteilt die Stadt grosszügigerweise Gutscheine zu Fr. 50.-, einmalige Aktion. Warum erhöht Couchepin nicht einfach die Prämien um Fr. 50.- und verschickt Gutscheine à Fr. 30.- jeder versicherten Person? Die FDP hätte ihre beiden Bundesratssitze für Jahrzehnte auf sicher.
Kirchgraber Stefan | 01.07.2009
Mitgliederzeitschrift Greenfo
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