Klima
Häufige Fragen
- Warum muss die kleine Schweiz ihre CO2-Emissionen reduzieren? Müssten nicht die grosse Länder damit beginnen?
- Wie funktioniert eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe und Benzin?
- Schaden Abgaben nicht unserer Wirtschaft?
- Müssen wir wieder auf Kerzen zurückgreifen und in Wohnungen ohne Heizungen frieren?
- Ist eine Stromversorgung aus 100% erneuerbarer Energie realistisch?
Warum muss die kleine Schweiz ihre CO2-Emissionen reduzieren? Müssten nicht die grossen Länder damit beginnen?
Alle Länder weltweit müssen sich anstrengen, um die Emissionen zu reduzieren. Jedes Land ist betroffen. Sogar die USA, die lange Zeit unbelehrbar waren, beginnen nun, Verantwortung zu übernehmen. Die Schweiz ist zwar ein kleines Land, doch der CO2-Ausstoss pro Kopf ist einer der höchsten weltweit. Als Alpenland ist die Schweiz zudem besonders stark von der Klimaerwärmung betroffen, da deswegen die Gletscher schmelzen.
Klimaschutz-Initiativen, welche die Schweiz ergreift, können eine Signalwirkung für andere Länder haben – vor allem für die Schwellenländer, die noch nicht dazu verpflichtet sind, ihre Emissionen zu reduzieren, deren Energiekonsum aber rasant wächst. Die Schweizer Forschung ist auf hohem Niveau. Die ForscherInnen in der Schweiz müssen nun die Gelegenheit ergreifen, um kostbares Know-how bezüglich der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu entwickeln. Vom Export dieses Know-hows profitiert die Wirtschaft, und die Schweiz könnte international eine Leaderposition einnehmen.
Die Schweiz muss sich von ihrer Erdölabhängigkeit befreien, denn der Preis für Erdöl wird in den nächsten Jahrzehnten ansteigen. Kurz- oder langfristig ist dies auch bei den anderen fossilen Energieträgern der Fall.
Wie funktioniert eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe und Benzin ?
Die Grünen fordern eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe und Benzin. Eine derartige Abgabe soll die KonsumentInnen dazu bewegen, weniger Treibstoffe zu verbrauchen. Sie würde die fossilen Energieträger verteuern und daher die Nachfrage bremsen. Die Einnahmen würden der Bevölkerung vollumfänglich zurückerstattet, und zwar in Form von Krankenkassenprämiensenkungen. Die CO2-Abgabe ist also keine Steuer.
Derzeit wird darüber diskutiert, einen Teil der Einnahmen aus einer solchen Abgabe in ein Programm zur energetischen Sanierung von Gebäuden zu stecken. Auch hier würde die Bevölkerung profitieren, denn sie würde Heizkosten sparen.
Eine solche Abgabe existiert erst auf Heizöl. Die Grünen fordern, dass sie auf die Treibstoffe ausgedehnt wird. Der Klimarappen pro Liter Benzin, der in eine private Stiftung fliesst, tut den KonsumentInnen zu wenig weh. Er hat daher keinen Einfluss auf die Nachfrage.
Schaden Abgaben nicht unserer Wirtschaft ?
Die teuerste Lösung wäre es, nichts gegen den Klimawandel zu unternehmen ! Katastrophen wie der Sturm Lothar oder der Erdrutsch in Gondo haben uns einen Vorgeschmack darauf gegeben. Und solche Katastrophen werden noch zunehmen, wenn wir nicht entschieden handeln. Es wird hunderte Millionen von Klimaflüchtlingen geben. Die Gesundheitskosten werden wegen neuer Krankheiten explodieren. Ganze Wirtschaftsbranchen werden Schaden nehmen, und das Verschwinden von zahlreichen Arten von Tieren und Pflanzen wird auch Folgen für die Menschheit haben.
Den eigenen Energiekonsum zu reduzieren, kostet dagegen nichts – im Gegenteil, es kann sogar Geld damit gespart werden. Dank einer besseren Gebäudeisolierung beispielsweise fällt ein Teil der Heizkosten weg. Die Notwendigkeit, unsere Energieversorgung zu überdenken, stimuliert die Forschung und die Entwicklung von neuen Technologien. Im Bereich der erneuerbaren Energien können zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden – ein Glücksfall für den Arbeitsmarkt.
Die GegnerInnen des Klimaschutzes übertreiben, wenn sie von den Kosten für entsprechende Massnahmen sprechen, und lösen damit in der Bevölkerung unbegründete Ängste aus. So wurde beispielsweise vorausgesagt, dass die Katalysatoren die Autoindustrie ruinieren würden – die Wahrheit ist, dass sie die Entwicklung von Personenwagen ermöglicht haben, die billiger sind und weniger Energie verbrauchen.
Müssen wir wieder auf Kerzen zurückgreifen und in Wohnungen ohne Heizungen frieren ?
Dank bereits existierender Technologien können wir schon jetzt einen Drittel des aktuellen Stromverbrauchs einsparen – und dies, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Das bedeutet, dass nur elektrische Geräte mit einer hohen Leistung verwendet werden dürfen, die es bereits zu kaufen gibt (zum Beispiel Sparlampen), oder die in Zukunft erhältlich sein werden (zum Beispiel LED-Lampen). Ähnliche Einsparungen sind im Transportwesen mit einer neuen Generation von Fahrzeugen möglich.
Die Isolation der Gebäude muss unbedingt verbessert werden, damit weniger geheizt werden muss. Aus Schweizer Holz können Pellets hergestellt werden, welche elektrische Heizungen ersetzen und deren Leistung viel besser ist als diejenige von Holzscheiten. Die Klimabilanz von Pellets ist neutral, denn die Bäume werden automatisch ersetzt und absorbieren das CO2, das bei der Verbrennung freigesetzt wird. Auch in der Geothermie eröffnen sich interessante Möglichkeiten.
Die Quellen von erneuerbaren Energien wie die Sonne, der Wind, Erde oder Biomasse sind noch lange nicht ausgeschöpft. Es muss also kein Mangel befürchtet werden.
Ist eine Stromversorgung aus 100% erneuerbarer Energie realistisch ?
Zuerst muss der Konsum reduziert werden, indem die Energieeffizienz gesteigert wird und Verschwendung möglichst überall verhindert wird. Gewisse Länder haben bereits erfolgreich auf erneuerbare Energien gesetzt, so China, wo sie um 11,2 Prozent zugenommen haben, und Dänemark mit einem Zuwachs von 12,8 Prozent. Mit nur 1,7 Prozent schneidet die Schweiz schlecht ab.

