Tagungsdokumentation: Grüne Wirtschaft in Kantonen und Gemeinden

Tagung zur Grünen Wirtschaft Zusammenfassung

Die Grünen Schweiz haben am 21. Februar 2015 in der Französischen Kirche Bern die Veranstaltung „Verwenden statt Verschwenden - Grüne Wirtschaft in Kantonen und Gemeinden“ durchgeführt. Rund 45 PolitikerInnen der Grünen und ReferentInnen von Verbänden haben daran teilgenommen. Die vorliegende Dokumentation stellt die Ergebnisse der Tagung dar. Sie soll Ideen dafür liefern, wie das Thema Grüne Wirtschaft auf kantonaler und lokaler Ebene politisch angegangen werden kann. Insbesondere liefert sie konkrete Ideen für Vorstösse, Öffentlichkeitsarbeit und das Netzwerken mit AkteurInnen der Wirtschaft.

Input-Referate lieferten einen ersten Überblick. So erläuterte Adèle Thorens den aktuellen Stand der Initiative und des indirekten Gegenvorschlags im Parlament. Bastien Girod schilderte die Herausforderung, Innovationen zu fördern und umweltverträglichen Produkten vom Nischen- zum Massenmarkt zu verhelfen. Nicolas Fries (swisscleantech) stellte den Fokus- Wandel von der Energie- zur Ressourcenwende dar. Simon Zeller (Stiftung Pusch) wies auf Beratungsangebote wie Labelinfo.ch und Reffnet.ch sowie auf Verbesserungsmöglichkeiten im Abfallbereich hin. Andreas Amstutz (Sharecon, Sharely) zeigte auf, wie Sharing-Angebote immer mehr den Sprung aus der Nische heraus schaffen, insbesondere mit Hilfe des Internets. Stefan Tschannen (Bauteilnetz Schweiz) und Daniel Glauser (useagain.ch) präsentierten das Wiederverwenden von Bauteilen als Teil der Kreislaufwirtschaft. Valérie Mausner Leger beschrieb die grosse Hebelwirkung der öffentlichen Beschaffung für eine grünere Wirtschaft.

In Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmenden die einzelnen Themen anhand von VorstossEntwürfen. Es liegt nun an den Teilnehmenden die Vorstösse einzureichen, Erfahrungen innerhalb der Partei auszutauschen und in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. In einer zweiten Arbeitsrunde besprachen die Teilnehmenden, wie man BürgerInnen für die Grüne Wirtschaft begeistern kann, unter anderem auch im Wahlkampf 2015. Fazit: Grüne Wirtschaft muss cool und sexy sein. Es ist nicht eine Option sondern die Lösung. Gerade auch angesichts der Frankenstärke kann man mit viel Selbstbewusstsein sagen: «Lokale Arbeitsplätze statt globale Abfallberge». Diskutiert wurde auch, wie man das Netzwerk zu AkteurInnen der Wirtschaft ausbauen kann. Fazit: Die Grünen haben Wirtschaftskompetenz und müssen gegenüber Unternehmen und Wirtschaftsverbänden selbstbewusst hin stehen und sagen «Wirtschaft ist nicht nur, was ihr erzählt».

Fazit von Bastien Girod: «Es wäre schon fast schade, wenn wir keinen Abstimmungskampf zu unserer Initiative hätten. Da ist so viel Kompetenz in den verschiedenen Kantonen und ich bin zuversichtlich, dass wir uns da sehr gut schlagen würden. Ich bin nun in der komfortablen Situation, selbstbewusst in der Kommission unsere Initiative zu vertreten, weil ich weiss, wir haben eine Partei, die breit dieses Thema tragen kann.»