Innovation fördern, Wirtschaft stärken

Im Kontext der Frankenkrise machen Economiesuisse und ihre politischen Verbündeten massiv Druck auf umweltpolitische Vorlagen, so auch heute in der nationalrätlichen UREK. Das ist ein Fehler. Denn die Grüne Wirtschaft und die Energiewende stärken das lokale Gewerbe, verbessern die Schweizer Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten, reduzieren das Öko-Dumping und machen die Schweiz unabhängiger von importierten Rohstoffen.

Die nationalrätliche Umweltkommission befasste sich am 26. und 27. Januar mit der Initiative für eine Grüne Wirtschaft, der Revision des Umweltschutzgesetzes und dem Zweitwohnungsgesetz. Economiesuisse hat ihren Widerstand gegen eine umweltpolitisch moderne und ressourceneffiziente Wirtschaft massiv erhöht. Dabei stärkt die ökologische Innovation die Stabilität und trägt dazu bei, Krisen vorzubeugen:

Die Grüne Wirtschaft bringt Innovation und Stabilität
Eine Wirtschaft, die mit weniger Ressourcen auskommt ist langfristig krisen-resistenter und schont gleichzeitig Wälder, Meere und Böden. Sie hilft zukünftige Ressourcen-Engpässe zu vermeiden und Krisen vorzubeugen. Das neue Umweltschutzgesetz will diese Entwicklung fördern: es setzt Impulse, um Produkte neu zu gestalten und Abfälle als Rohstoffe zu nutzen. So unterstützt es Unternehmen bei ihren Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit. Ressourceneffiziente Technologien sind auf dem internationalen Markt gefragt und sichern Jobs im lokalen Gewerbe.

Grüner Strom braucht weniger Importe
Mit der Energiestrategie 2050 sollen erneuerbare Energien konsequent ausgebaut und die Energieeffizienz verbessert werden. Die Vorlage enthält wichtige Anreize, um die grüne Stromproduktion zu fördern und den Energieverbrauch zu senken. Das sichert zahlreiche Jobs im lokalen Gewerbe. Der Ausbau des Programms EnergieSchweiz unterstützt Unternehmen gezielt bei Innovationen.

Nachhaltige Tourismusmodelle stärken die lokale Wertschöpfung
Das Zweitwohnungsgesetz sollte den qualitativ hochstehenden Tourismus mit regionaler Wertschöpfung vorantreiben. Die Hotellerie sollte gestärkt werden, Zweitwohnungen besser ausgelastet und regionale Erzeugnisse gefördert werden. So bleibt die Wertschöpfung vor Ort. Angesichts des starken Frankens bringt dies weit mehr als die Zubetonierung der Landschaft mit kalten Betten.

Die Grünen sind mit der Initiative für eine Grüne Wirtschaft und der Atomausstiegsinitiative eine treibende Kraft hinter der ökologischen Modernisierung. Fortschrittliche Unternehmen haben das Potential dieser Entwicklung längst erkannt. Wirtschaftsverbände wie Swisscleantech, ÖBU, Swissrecycling und auch die IG Detailhandel mit Migros und Coop treiben die Entwicklung voran. Der konservative Wirtschaftsverband Economiesuisse scheint hingegen den Anschluss an die Moderne zu verpassen.

Bastien Girod

Economiesuisse fordert einen Entwicklungs-Stillstand. Die Wirtschaft braucht aber einen grünen Innovationsschub und die Stärkung der regionalen Märkte, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein. Mit der Energiewende und der Grünen Wirtschaft sind wir weniger abhängig von Importen und langfristig stabiler.