Maya Graf zur Untersuchung der Folgen von Glyphosat auf die Gesundheit

Wichtiger Entscheid: Nationalrat lässt Gefahren von Glyphosat auf Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt abklären. Das Vorsorgeprinzip muss vorgehen!

Die Grünen sind erfreut über die Annahme des Postulats der Wissenschaftskommission des Nationalrats WBK-N, die gesundheitlichen Folgen von Glyphosat zu untersuchen. Das Postulat geht auf einen Antrag von Maya Graf in der WBK-N zurück.

Die Grünen fordern, dass der Bund glyphosathaltige Unkrautvertilgungsmittel aus dem Verkehr zieht, bis Klarheit über die Langzeitrisiken für Mensch, Tier und Umwelt besteht. Beim Glyphosat wie bei allen Pestiziden muss das Vorsorgeprinzip gelten: erst wenn die Stoffe nachweisbar unbedenklich sind, dürfen sie zugelassen bzw. wieder zugelassen werden.

Migros und Coop gehen voran und haben glyphosathaltige Produkte bereits aus dem Angebot genommen. In der EU läuft die Zulassung Ende Juni aus und es fehlt die nötige Mehrheit der Mitgliedstaaten, um die Zulassung zu verlängern. Vergangenen Februar haben ausserdem Greenpeace, die Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz AefU sowie die Stiftung für Konsumentenschutz SKS eine Petition eingereicht, mit der 25 340 Menschen ein Verbot von Glyphosat in der Schweiz fordern.

Glyphosat gefährdet Mensch und Umwelt auf verschiedene Arten:

  • Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) – eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation – beurteilt Glyphosat als «wahrscheinlich krebserzeugend».
  • Studien zeigen, dass Glyphosat das Erbgut schädigt und das Hormonsystem verändert.
  • Glyphosat schädigt Embryonen und kann zu Missbildungen führen.
  • Als Breitbandherbizid vernichtet Glyphosat alle Pflanzen auf einem Acker und führt so zu einem starken Rückgang von Ackerwildkräutern, die zahlreichen Insekten und Vögeln als Nahrungsgrundlage dienen. Darunter leidet die Artenvielfalt.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Pflanzengift (Herbizid). Jährlich werden alleine in der Schweiz 300 Tonnen davon auf Äckern und Grünflächen, in Obstplantagen, auf Bahndämmen und in Privatgärten versprüht. Das Breitbandherbizid vernichtet jede Pflanze, die nicht vorher gentechnisch so manipuliert wurde, dass sie das Pflanzengift überlebt. Für Konzerne wie Monsanto ist das ein Bombengeschäft: Sie verkaufen sowohl die Pestizide als auch das genmanipulierte Saatgut.

Volume 112 (2015) der IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans mit der Glyphosat-Monographie

Vorstösse der Grünen:

Sofortige Sistierung der gefährlichen glyphosathaltigen Unkrautvertilgungsmittel (Mo. 15.3411)