Positionspapier

Agglomerationspolitik

Entwicklung der Agglomerationen 
Städtische Räume (Einzelstädte, Agglomerationen und Metropolitanräume) bilden heute den Lebensraum für rund 70 Prozent der schweizerischen Wohnbevölkerung. Aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Entwicklung hatte die Schweiz lange Zeit eine stark dezentrale und durchmischte Struktur der städtischen Räume. Die Städte verzeichneten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein stetiges Wachstum in die Fläche. Dem räumlichen und funktionalen Zusammenwachsen der grossen städtischen Räume mit ihren Vororten wurde v.a. in Zürich mit Eingemeindungen begegnet.

In den 50er Jahren nahm die individuelle Mobilität rasch zu und mit ihr setzte die Phase der Suburbanisierung ein. Wohn- und Arbeitsgebiete wurden immer stärker getrennt. Der Ausbau der Verkehrswege ermöglichte schliesslich die stetige Ausdehnung der Städte ins ländliche Umland. Dadurch wurde der ländliche Raum immer stärker zersiedelt und die Mobilität nahm überproportional zu.

Politik und Planung konzentrierten sich lange Zeit vorwiegend oder gar ausschliesslich auf den ländlichen Raum. Städte und die Agglomerationen wurden wenig beachtet. Dies hängt unter anderem mit der politischen Organisation der Schweiz zusammen, welche den ländlichen Gebieten ein stärkeres Gewicht verleiht als den Städten. Die Situation der Städte galt zudem lange als problemlos. Erst mit den wachsenden sozialen und zum Teil auch den verkehrsbedingten Problemen wurden die Städte überfordert und zu einem Diskussionsthema. Mit den Grundzügen der Raumordnung Schweiz (1996) fanden die Städte mit ihren Problemen erstmals Anerkennung auf Bundesebene. Die darin aufgezeigte Strategie für die verschiedenen Raumebenen der Schweiz muss nun in eine Politik umgewandelt und umgesetzt werden.