Bastien Girod zu den kürzlich entdeckten Schwachstellen im AKW Beznau

Das älteste AKW der Welt gehört ein für alle Mal vom Netz. Das AKW Beznau ist gefährlicher, als bisher befürchtet.

Die vergangene Woche bekannt gewordenen Schwachstellen im Reaktordruckbehälter des AKWs Beznau 1 bestanden laut AXPO schon seit das AKW gebaut wurde. Entdeckt wurden sie aber erst jetzt. Dazu kommt, dass das AKW Beznau mit 46 Jahren völlig überaltert ist. Die Risiken des AKWs Beznau wurden somit jahrzehntelang unterschätzt und sind mit der Zeit noch grösser geworden. Ein Weiterbetrieb ist unverantwortlich und kommt einem nuklearen russischen Roulette gleich.

Die Grünen fordern die Aufsichtsbehörde ENSI auf, sich gegenüber dem AKW-Betreiber AXPO durchzusetzen und auch den Weiterbetrieb von Beznau 2 unverzüglich zu untersagen. Denn beim AKW Beznau 2 sind die Messungen, die zur Entdeckung der Schwachstellen bei Beznau 1 geführt haben, noch gar nicht erfolgt. Sicherheit geht bei AKW immer vor. Das verlangt auch die Atomausstiegsinitiative.

Alle AKW umfassend kontrollieren
Die Grünen unterstützen ausserdem die weiteren, heute von Greenpeace aufgestellten Forderungen. Sie werden dazu Vorstösse einreichen, wenn das ENSI und der Bundesrat nicht sofort handeln:

  • Das ENSI muss bei allen AKW umfassende Ultraschallmessungen der Reaktoren anordnen. Die bislang erfolgten stichprobenartigen Messungen sind ungenügend. Beim AKW Leibstadt wurde überhaupt  keine Messung mit der Ultraschallmethode durchgeführt.
  • Der Bundesrat muss eine von den AKW-Betreibern unabhängige Expertenkommission einsetzen, welche das ENSI bei der Untersuchung der neu entdeckten Schwachstellen unterstützt. Eine solche Fachkommission wurde auch in Belgien eingesetzt, nachdem 2012 in den AKW Doel 3 und Tihange 2 Risse festgestellt wurden.
  • Das ENSI muss vollständig über die Art und Umfang der Schwachstellen informieren und die AKW bis zur Klärung der offenen Fragen vom Netz nehmen lassen.
Atomausstiegsinitiative

Atomausstiegsinitiative