Anders arbeiten statt bedingungsloses Grundeinkommen

Bedingungsloses Grundeinkommen morgen im Nationalrat

Die Grüne Fraktion teilt die Kernanliegen der Initiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen». So wie sie formuliert ist, gefährdet die Initiative aber die Sozialwerke. Gleichzeitig wird sie ihre Versprechen nach mehr Lebensqualität nicht erfüllen. Die Grünen setzen sich stattdessen ein für innovative Arbeitsmodelle, die bessere Absicherung der Care-Arbeit sowie die Aufwertung der Freiwilligentätigkeit.

Heute hat die Mehrheit der Grünen Fraktion entschieden, die Initiative «für ein bedingungsloses Grundeinkommen» nicht zu unterstützen. Zwar teilen sie mit den Initianten das Kernanliegen: Es braucht eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, und es braucht mehr Zeit für die Familie und private Engagements.

Nach Ansicht der Grünen kann die Initiative diese Versprechen aber nicht halten. Erstens werden die Unternehmen die Löhne drastisch senken, da es keinen Mindestlohn gibt. So können sich Arbeitnehmer/innen Teilzeitarbeit nicht leisten. Der Druck, noch mehr zu arbeiten, nimmt sogar zu. Zweitens birgt die Umsetzung Risiken. Die Initiative könnte durch die Vereinfachung der Sozialwerke dieselben schwächen. Darunter leiden vor allem Menschen, die keine Anstellung finden oder die nicht arbeiten können.

Bundesrat soll alternative Arbeitsformen fördern
Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Familie und privaten Engagements verlangt nach innovativeren Arbeitsmodellen, nicht nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Die Grünen setzen sich daher weiterhin ein für eine Ausweitung der Teilzeitarbeit, des Job-Sharings und für eine Stärkung des Elternschaftsurlaubes. Gleichzeitig wollen sie die Care-Arbeit und die Freiwilligentätigkeit aufwerten.

 

Balthasar Glättli, Nationalrat ZH

«Für mehr Lebensqualität setzen wir Grüne auf Elternschaftsurlaub, Teilzeit- und Tele-Arbeit. So lässt sich mehr Freiraum für Familie und Freizeit schaffen.»