Nicht nur Krankheit behandeln, sondern auch Gesundheit fördern

Vier Vorschläge für ein gesünderes Gesundheitswesen

Ausgangslage

Die Bilanz der Grünen zu letzten zehn Jahren schweizerischer Gesundheitspolitik zeigt, dass noch beträchtlicher Handlungsbedarf besteht:

Die Gesundheitsausgaben pro Person sind um rund 30 Prozent gestiegen (kaufkraftbereinigt), also im Durchschnitt jährlich um knapp 3 Prozent. Aufgrund der demographischen und medizinischen Entwicklung dürfte sich daran auch in Zukunft nicht viel ändern.

Dieses finanzielle Gewicht des Gesundheitswesens ist auch vertretbar, wenn denn der Mitteleinsatz auch besser auf die Leistungsbereiche (Beratung, Prävention, Diagnose, Behandlung, Spitzenmedizin usw.) verteilt wäre und die Qualität weiter verbessert wird. In diesem Bereich gibt es noch einige „Luft nach oben“.

- Mit dem Scheitern des Präventionsgesetzes im Bundesparlament verharrt der Fokus nationaler Gesundheitspolitik auf der Krankheitsbehandlung und nicht auf der Gesundheitspflege.

- Nach wie vor haben es integrierte Versorgungmodelle schwer sich durchzusetzen und es gibt wenig Anreize, welche sie insbesondere für chronische Patientinnen und Patienten attraktiv machen.

Die Umsetzung der Revision der Spitalfinanzierung hat auf der Finanzierungsseite die Kantone beträchtlich mehr belastet ohne die Grundversicherten zu entlasten. Auf der anderen kürzen eine zunehmende Anzahl Kantone die Prämienverbilligungen. Die Finanzierung der Krankenversicherung droht noch unsozialer zu werden.

Die verfassungsmässigen Zuständigkeiten in der Gesundheitspolitik gemäss den Grundsätzen „der Bund regelt die Krankenversicherung, die Kantone sind für die Gesundheitsversorgung zuständig“ werden heute weder konsequent eingehalten, noch sind sie in allen Punkten zeitgemäss. Es gibt zu viele Schnittstellen und Schwarzpeterspiele.

Der Personalbedarf im Gesundheitswesen ist ungebrochen hoch und wird weiter zunehmen. Die Schweiz kommt ihrer Verantwortung, in die Ausbildung von Gesundheitspersonal mehr zu investieren und die ausgebildeten Fachkräfte zu halten aber nicht in genügendem Ausmass nach.

Während dieser zehn Jahre sind auch Volksinitiativen gescheitert, welche eine noch stärkere marktwirtschaftliche Orientierung des Gesundheitswesens forderten oder andererseits neue Finanzierungs- und Organisationsformen der Krankenversicherung anstrebten. Die Abstimmungsresultate zeigen: Es lassen sich zurzeit keine Mehrheiten für solch grundsätzliche Reformen finden. Ausdruck dieser „Ära des Status Quo“ sind ebenfalls die repräsentativen Befragungen, welche regelmässig eine beträchtliche Zufriedenheit der Schweizer Bevölkerung mit dem Gesundheitsversorgung aus