Nein zur Gold-Initiative

Nein zur Gold-Initiative

Die Volksinitiative wurde im September 2011 von Mitgliedern der SVP lanciert. Sie fordert, dass die Nationalbank keine Goldreserven mehr verkaufen darf und alle Goldreserven in der Schweiz lagern muss. Ausserdem verlangt die Initiative, dass die Nationalbank mindestens 20% ihrer Reserven in Form von Gold halten muss.

Argumente für ein Nein zur Gold-Initiative

1. Notwendigen Spielraum für die Nationalbank bewahren
Um ihren Verfassungsauftrag zu erfüllen und den Franken stabil zu halten, muss die Nationalbank (SNB) flexibel und unabhängig handeln können. Die Initiative würde Reaktionen auf Entwicklungen am Finanzmarkt jedoch verunmöglichen. Die SNB müsste aktuell viel Gold teuer kaufen, um den von der Initiative geforderten 20%-Goldanteil bei ihren Reserven zu erreichen. Das Gold dürfte sie dann nicht mehr verkaufen, auch wenn dies zur Reduktion ihrer Bilanz und der Geldmenge nötig wäre. So könnte die SNB den Mindestkurs von 1.20 Franken/Euro kaum mehr verteidigen – mit katastrophalen Folgen für Industriestandort und Tourismus. Kreise der InitiantInnen und der SVP kritisierten 2011 die Einführung des Mindestkurses und die Initiative erhält diese abenteuerliche Kritik aufrecht.

2. Gold allein bietet keinen ausreichenden Schutz für den Franken
Anders als von der Initiative suggeriert, hat Gold keinen festen Wert. Sein Preis schwankt ständig und stark. Gold ist als Anlage nicht sicherer als andere Werte. Dürfte die Nationalbank ihr Gold nicht mehr verkaufen, würde dies den Wert der Schweizer Goldreserven ausserdem drastisch reduzieren. Denn was nicht handelbar ist, hat auf dem Markt auch kaum einen Wert.

3. Geografische Diversifikation der Goldlagerung für Krisenfall beibehalten
Der Grossteil der Schweizer Goldreserven von 1‘040 Tonnen lagert in der Schweiz. Rund 20% der Goldreserven liegen derzeit bei der Bank of England und 10% bei der Bank of Canada. Die Verfügbarkeit ist gewährleistet und die Barren sind nummeriert. Das ermöglicht im Krisenfall auch einen Verkauf von Schweizer Goldreserven im Ausland. Auch andere Länder lagern einen Teil ihrer Reserven im Ausland.

Louis Schelbert

Nationalrat LU

"Die Gold-Initiative würde das Ende des Euro-Mindestkurses herbeiführen, zum Schaden der Volkswirtschaft. Sie ist deshalb abzulehnen."