Initiative «1:12 - für gerechte Löhne»

Ja zur Initiative "1:12 - für gerechte Löhne"

Initiative

Die Volksinitiative «1:12 – Für gerechte Löhne» will die Lohnspanne innerhalb eines Unternehmens beschränken: Der höchste Lohn soll zukünftig maximal zwölf Mal höher sein dürfen als der niedrigste Lohn, worunter auch der Wert von Sach- und Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit fällt. Die notwendigen Bestimmungen für Ausnahmen (Ausbildung, Praktikum, geschützter Bereich) sowie die Anwendung auf die Leiharbeits- und Teilzeitarbeitsverhältnisse sollen vom Bund geregelt werden.

Die Initiative wurde vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 lanciert und eingereicht.

Argumente für ein Ja zur 1:12-Initiative

Der Öffnung der Lohnschere entgegen wirken
Das verfügbare Einkommen stagniert in weiten Bereichen der Gesellschaft seit Jahren trotz wachsenden Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig erhält eine kleine Minderheit unverhältnismässig hohe Löhne. Diese anhaltende Tendenz der sich öffnenden Lohnschere stösst bei der Bevölkerung auf Unverständnis und gefährdet längerfristig den sozialen Zusammenhalt in der Schweiz. Die Forderung eines maximalen Verhältnisses der Lohnschere gibt eine klare Richtlinie vor, um ein weiteres Auseinanderdriften der Löhne zu verhindern und die Verteilungsgerechtigkeit aufrecht zu erhalten.

Neben der Abzocker- und Mindestlohn-Initiative kommt mit der 1:12 Initiative die zweite Vorlage eines Dreier-Pakets zur Wahrung der sozialen Gerechtigkeit vors Volk.

Leistung anerkennen
In einem Unternehmen tragen alle Beteiligten zu dessen Erfolg bei. Mit 1:12 wird der Leistung der Angestellten angemessen Respekt erwiesen. Längerfristig wird damit auch die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen gesichert: motivierte Angestellte sind für den Erfolg eines Unternehmens von grösster Bedeutung. Gleichzeitig sind exorbitante Löhne für Topmanager und Chefs keine wirtschaftliche Notwendigkeit und durch keine Leistung zu rechtfertigen.

1:12 ist moderat, aber unterbindet de facto Abzocker-Löhne
Beispiele aus der Privatwirtschaft wie auch in der Verwaltung zeigen, dass ein Verhältnis von 1:12 eher moderat gewählt ist. In der öffentlichen Verwaltung des Bundes, der Kantone und der grossen Städte liegt die Lohnschere beispielsweise zwischen 1:5 und 1:8. Eine Bundesrätin oder ein Bundesrat verdient inklusive Spesen nicht mehr als 500 000 Franken im Jahr. Das ist „nur“ 10,5-mal so viel wie ein Jahresgehalt mit einem Mindestlohn von 4‘000 Franken. Das Verhältnis 1:12 ist also bereits heute vielfach angewandt und akzeptiert. Mit der Initiative 1:12 wird somit vor allen Dingen exzessive Abzockerei unterbunden.

Aline Trede

Nationalrätin Bern

«Die allermeisten Unternehmen in der Schweiz halten das Lehrverhältnis 1:12 ein. Einige grosse Unternehmen übertreiben es jedoch derart, dass das Volk ein Riegel schieben muss. Arbeit kann nicht 200x mehr Wert sein, egal welcher Art sie ist. Ich sage JA zur 1:12-Initiative, um das soziale Gleichgewicht in der Schweiz nicht zu gefährden.»