Volksinitiative «Stipendieninitiative»

Darum geht es

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS will mit seiner Volksinitiative die Vergabe von Stipendien für tertiäre Erstausbildungen wie Bachelor- und Master- Abschlüsse, Ausbildungen an höheren Fachschulen sowie Berufs- und höhere Fachprüfungen gerechter gestalten. Derzeit hängt es stark vom jeweiligen Kanton ab, ob und in welcher Höhe Studierende Stipendien erhalten. Die Initiative fordert daher, dass der Bund künftig ein einheitliches System für die Vergabe, Berechnung und Finanzierung der Stipendien festlegt, um den minimalen Lebensstandard von Studierenden zu gewährleisten.

Die Grünen haben die Initiative seit der Sammelphase unterstützt und im Parlament dafür gestimmt. Der Bundesrat hat der Initiative mit der Totalrevision des Ausbildungsbeitragsgesetzes einen indirekten Gegenvorschlag gegenüber gestellt, welcher im Parlament in angepasster Version angenommen wurde (auch von den Grünen).

Argumente für ein Ja zur Stipendieninitiative

Chancengleichheit verbessern
Noch immer hängt die Möglichkeit, ein Studium zu absolvieren, stark vom Portemonnaie und vom Bildungsabschluss der Eltern ab. Ein Stipendium bietet manchen Studierenden und Meister-AnwärterInnen die einzige Möglichkeit, ihre Fähigkeiten voll auszubilden. Es ist dabei meist nur ein Zustupf zum Nebenverdienst. Je nach Studienprogramm sind Nebenjobs jedoch kaum noch möglich. Im Moment gibt es zu wenige Stipendien und die Stipendienhöhe gewährleistet nicht einen minimalen Lebensstandard. Die Initiative will das ändern.

Fairen Zugang ermöglichen, unabhängig vom Kanton
Die Zugangskriterien, die Menge und die Höhe der Stipendien hängen ausserdem stark vom Herkunftskanton ab. Das ist verwirrend und schafft Ungerechtigkeiten. Studierende an der gleichen Hochschule erhalten je nach ihrem Heimatkanton unterschiedliche Beträge. Besser wären schweizweit einheitliche Regeln dafür, wer unter welchen Bedingungen und in welcher Höhe Stipendien erhält. Die Initiative will den Bund damit beauftragen.

Stipendien als Investition in den Wirtschaftsstandort Schweiz sichern
Stipendien ermöglichen die Ausbildung von ÄrztInnen, LehrerInnen und IngenieurInnen ebenso wie Pflegefachkräften, Logistikfachleuten und GärtnermeisterInnen. Seit 1993 hat das Stipendienvolumen für Erstausbildungen auf Tertiärstufe inflationsbereinigt jedoch um rund 25% abgenommen. Die Unterstützung des Bunds ist zwischen 1990 und 2008 gar von 40% auf 9% gesunken. Nur etwa 7% der Studierenden erhalten derzeit ein Stipendium. Die Initiative will diesem Trend entgegen wirken, damit Bund und Kantone die Nachwuchsförderung nicht vernachlässigen.

Aline Trede, Nationalrätin BE

"Bildung ist die Grundvoraussetzung für Chancengleichheit. Die finanzielle Unterstützung durch Stipendien nimmt seit Jahren ab. Mit der Stipendieninitiative soll ein gerechtes und harmonisches Stipendiensystem in der Verfassung verankert werden. Damit alle die gleichen Chancen haben."