Spekulationsstopp-Initiative

Darum geht es

Unter dem Motto „Mit Essen spielt man nicht“ haben die JUSO im März 2014 erfolgreich die Volksinitiative „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!“ eingereicht. Um zum Kampf gegen den weltweiten Hunger beizutragen, will sie die Investition in Finanzinstrumente verbieten, welche sich auf Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel beziehen. Verträge über die terminliche oder preisliche Absicherung bestimmter Liefermengen sollen weiterhin zulässig sein. Des Weiteren soll sich der Bund auch auf internationaler Ebene für die Bekämpfung der Spekulation mit Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen einsetzen. Von den Grünen sind Josef Lang und Andreas Lustenberger im Initiativkomitee vertreten. Im Parlament hat die Grüne Fraktion einstimmig für die Initiative gestimmt.

Deswegen sagen die Grünen JA

1. Hunger muss wo immer möglich bekämpft werden
Weltweit hat noch immer jeder neunte Mensch nicht genug zu essen.[1] Neben Armut, ungerechter Landverteilung und Klimawandel trägt auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln dazu bei. Sie führt zu Preisexplosionen, welche vor allem Menschen in Entwicklungsländern sofort im Geldbeutel und Magen spüren. Die Initiative verbietet unnötige Spekulation. So hilft sie dabei, dass niemand mehr verhungern muss und Menschen in ihren Heimatländern eine Zukunft haben.

2. Lebensmittel dürfen kein Spielball von Grosskonzernen und Börsen sein
Banken, Versicherungen und andere investieren jeden Tag Millionen von Franken in Lebensmittel, ohne echtes Interesse an ihnen zu haben. Das einzige Ziel ist, sie für viel Profit wieder zu verkaufen. Nahrungsmittel werden im Lager gehalten, bis die Preise steigen. Diese schädliche Spekulation bekämpft die Initiative. Als einer der grössten Rohstoffhandelsplätze der Welt steht die Schweiz hier besonders in der Verantwortung.

3. Absicherung der Ernte bleibt auch weiterhin möglich
Bäuerinnen und Bauern müssen planen können. Schlechtes Wetter kann schnell zu Ernteausfällen führen und zur Existenzbedrohung werden. Darum steht in der Initiative explizit, dass die Lieferung von Nahrungsmitteln auch weiterhin terminlich und preislich abgesichert werden darf.

[1] Siehe MDG Report 2015, p. 20 – als Zahl: ca. 800 Mio.

Jo Lang

Vizepräsident Grüne Schweiz

 

«Satte Bäuche vor satten Gewinnen: keine Spekulation mit Lebensmitteln! Deswegen sage ich Ja zur Spekulationsstopp-Initiative.»